Das Kunstmuseum Bonn ist ein Haus, in dem die Auseinandersetzung mit der Malerei immer eine große Rolle gespielt hat. In dieser Fokussierung liegt auch der Grund, warum der Preis der Stiftung Dieter Krieg 2019 nun im Kunstmuseum Bonn vergeben wird. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert, die für den Ankauf eines Gemäldes vorgesehen sind. Das Museum hat sich für den Erwerb eines Bildes der Berliner Malerin Monika Baer entschieden, das nun im Rahmen einer kleinen Werkschau präsentiert wird.

Monika Baer, die 1964 in Freiburg geboren wurde und an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte, ist in Bonn keine Unbekannte. 1998 erhielt sie das Peter Mertes Stipendium, damals aber noch für Arbeiten, die sich formal stark von den neuesten Werken unterscheiden. So zeigen ihre Gemälde der 1990 er-Jahre – mit denen die Werkschau beginnt – eine stark narrativ geprägte Bildlichkeit. Baers Malerei verweigert sich der einfachen Kategorisierung, auch dann, wenn eine raffinierte Farbmalerei in – auf der Leinwand applizierten – Hartschaumtränen mündet. Sie verleihen dem scheinbar so neutralen Bild Emotion und Körperlichkeit, Eigenschaften, die eine selbstreflexive Malerei aus dem Auge verloren hatte.