Der menschliche Körper – meistens der eigene – ist häufig Ausgangspunkt der Arbeiten von Mwangi Hutter. Das Künstlerpaar hat eine gemeinsame Identität entworfen, mit der Fragen zur Wahrnehmung von Gender, Kultur, Ethnizität und sozialer Distinktion gestellt werden. Für die Kunsthalle Mannheim entwickeln Mwangi Hutter eine Drei-Kanal-Videoinstallation mit Skulptur, die im Zusammenspiel dynamische Bewegung und bedrohliche Erstarrung einander gegenübersetzt. Der Ausstellungstitel „Schwarz, Rot, Gold?“ bezieht sich auf aktuelle Debatten über Interkulturalität und die Symbolik der Nationalflagge Deutschlands. Die Kunst von Mwangi Hutter füllt den Raum mit der Euphorie und der Rhythmik des Tanzes; sie zeigt aber auch den Körper als sensible Hülle, dessen Hautfarbe eine Projektionsfläche für Abgrenzung und Vorurteile sein kann. Sichtbares und Verdecktes, undefinierte Geschlechtlichkeit und unheimliches Begehren, Stille und kraftvolle Melodien kommen in dieser Installation zusammen.

Die BOX ist ein Ausstellungsraum in der Kunsthalle Mannheim, den alle Interessierten eintrittsfrei besuchen können. Das Programm widmet sich der Vielfalt der künstlerischen Medien der Gegenwart und erlaubt auch interdisziplinäre Experimente. Hier werden in unregelmäßigen Abständen neue Werke von internationalen Kunstschaffenden mit überraschenden Themen und Fragestellungen präsentiert. 

Den Auftakt zur BOX machte im Juni 2018 der dänische Künstler Christian Falsnaes mit „Video Artist“. Ihm folgte Marinella Senatore mit der „School of Narrative Dance“. Nach einer „Zwischennutzung“ durch die Videoinstallation „Occupy, Resist, Produce“ (2014 – 2018) von Oliver Ressler und Dario Azzellini, die den Raum als Teil der Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ bespielen, sind ab 01. März 2019 Mwangi Hutter an der Reihe.