Die Ausstellung Oven Light von der in Teheran geborenen und in Los Angeles lebenden Künstlerin Tala Madani (*1981) setzt ihren Fokus auf neue, serielle Malereien und Animationen, die mit ähnlich strukturierten Motiven den Rahmen für ihre Erzählungen erzeugen. Oven Light ist die erste institutionelle Einzelausstellung Tala Madanis in Deutschland. 

Die Werke Tala Madanis zeigen profane Lichtquellen, wie Ofenrohre, Projektoren und Taschenlampen. Sie stellen das Licht selbst als projiziertes, (er)leuchtendes und strahlendes Medium dar, und setzen das, was es zum Vorschein bringt, in Szene. Assoziationen wie klassisch-malerisches Können oder auch das Lichtspiel als ein früher Begriff für Kino kommen in den Sinn, welche die gemalten oder echten Lichtprojektionen auf der Leinwand magisch erzeugen. 

Ebenfalls der Idee von Magie folgt das Licht in den Bildern Madanis, wenn es irreale Szenerien, wie die Gedanken von Männern in ihrem Kopf, zu erleuchten vermag; oder wenn es in pseudorealen Malereien, als vermeintliche Eck-Projektionen, das Licht von der einen Seite auf die andere Seite leuchten zu lassen scheint. Die Figuren in den meist auf dunklem Hintergrund gemalten Arbeiten gehen einer ähnlichen (aus heutiger Sicht) naiven Neugierde nach: Schattenspiele, Hasenohren und Zaubertricks sind die Motive, mit denen Tala Madani von Licht und dessen Qualitäten erzählt. Prismatische Farbflächen erläutern schließlich das Licht bis in seine Einzelteile.

Die Malereien und Animationen erzählen von primären Verhaltensweisen, negieren Darstellungskonformitäten und legen gleichzeitig gesellschaftspolitische Regeln offen. Machtdynamiken, patriarchalische Strukturen und gegenwärtige Bildpolitiken werden durch menschliche Triebe, Splattermovie-Effekte und sexualisierter Körperlichkeit bloßgestellt. Das Licht der Werke zeigt vermeintliche Schattenseiten – kindliche Expressionen, Gewaltphantasien und Triebhaftigkeit. Das gesellschaftlich normierte öffentliche Verhalten wird in den dunklen Filmchen überspitzt, so dass sich die Figuren in den Werken ihren Bedürfnissen hingeben können oder gar müssen. 

Oft taucht die Dominanz der Triebe auf, welche die männlichen Figuren zu Geißeln ihrer selbst machen. Sie werden zu Rudeltieren und der Mann zum willenlosen Körper, samt seiner Funktionen. Die Figuren gehen sich immer wieder selbst auf den Leim, sei es durch die eigenen Bedürfnisse oder durch die unbekümmerte Freude an scheinbar einfachen Dingen wie Licht und Schatten. So wird der Ofen zur Lichtquelle einer profanen Umgebung und damit zur Falle einer missverstandenen möglichen Erleuchtung.

Tala Madanis Arbeiten hüpfen von Traum zum Trieb, von verbotenen Gedanken zu unvermeidbaren Bedürfnissen. Klischees decken die Dynamik der Gesellschaft auf, der Slapstick führt die Wahrheit vor Augen. So haben die Arbeiten etwas Befreiendes, genau das, was die Erwachsenen an Kindern beneiden. Oft genug fühlt man sich als Gaffer, der auf einen Unfall wartet und belohnt wird. 


Eröffnung: 08.02.2019, 19:00 Uhr

09.02. - 14.04.2019

Tala Madani: Oven Light

Portikus

Maininsel
60594 Frankfurt am Main