Alice Aycock (*1 946, lebt in New York) hat mit ihrer 2015 aufgestellten „Twister"-SkuIptur ein neues Wahrzeichen für das Sprengel Museum geschaffen. Innerhalb kürzester Zeit ist dieser monumentale Wirbelsturm zusammen mit Niki de Saint Phalles „Tanzenden Nanas" am Leineufer und dem „Hellebardier" am Maschsee von Alexander Calder zu einer der beliebtesten und meistfotografierten Skulpturen im öffentlichen Raum in Hannover geworden. Das Sprengel Museum Hannover widmet der Künstlerin nun eine große Ausstellung, die einen Überblick über ihr Schaffen von den frühen 1970er Jahre bis in die unmittelbare Gegenwart gibt.

Alice Aycocks künstlerische Anfänge sind zunächst stark von der amerikanischen Farbfeldmalerei, von Konzeptkunst, Minimal Art und Land Art geprägt. Siewidmet sie sich architektonischen Strukturen und entwirft nicht benutzbare Scheinarchitekturen. Die 1980er-Jahre sind geprägt von maschinenartigen Metallskulpturen, die Elemente der angewandten bzw. der Ingenieurskunst auf ihre Idee von Bildhauerei übertragen. In den letzten 10 Jahren entwickelte Aycock ihre großformatigen Twister-SkuIpturen. Themenkomplexe wie Klimawandel und der Balanceverlust in unserem Umgang mit der Natur, aber auch technische Zivilisation und Ingenieurskunst als Antwortstrategie darauf werden in diesen beeindrucken­den Skulpturen verhandelt.

Alice Aycock war in Deutschland auf der documenta 6 1977, der documenta 8 1987 sowie 1983 in ei­ner Einzelausstellung im Württembergischen Kunstverein Stuttgart, dem Kölner Kunstverein und dem Glaskastenmuseum Marl zu sehen. Das Sprengel Museum Hannover präsentiert nun die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland seit 35 Jahren.