Woher stammen die Bildwerke unserer Sammlungen? Wer waren ihre ehemaligen Eigentümer? Die Ausstellung wird 20 Jahre nach Unterzeichnung der Washington Principles die detektivische Arbeit der Provenienzforschung beleuchten und Einblick in die Ergebnisse und Sammlungsgeschichte geben. Anhand von rund 60 Werken werden Handelswege und vormalige Eigentumsverhältnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus und nach 1945 beleuchtet, als die Museen der Stadt Hannover ihre durch die Aktion ,Ent­artete Kunst' 1937 und Kriegseinwirkungen geplünderten Sammlungen mit Neuankäufen wieder ergänzten. Fragen der Herkunft wurden seinerzeit nicht nachdrücklich verfolgt. Die Ausstellung will Schick­sale von während des Nationalsozialismusentrechteten jüdischen Opfern in den Blick nehmen, die durch die nationalsozialistischen Gesetzgebungen verfolgt, in die Emigration getrieben oder deportiert und er­mordeten wurden.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Forschungen zu dem bislang unbekannten Sammler, dem Ber­liner. Immobilienhändler Dr. Conrad Doebbeke (1889 —1954), von dem die Landeshauptstadt Hanno­ver 1949 über 100 Kunstwerke erwarb.