„Mantegna als rigoroser Humanist der italienischen Renaissance und Bellini als poetischer Interpret menschlicher Emotionen – komplementärer und damit erhellender könnten diese beiden künstlerischen Visionen nicht sein“, so Gabriele Finaldi, Direktor der National Gallery. „Die Londoner wie Berliner Sammlungen besitzen hervorragende Werke beider Künstler und die gemeinsame kuratorische Expertise ist immens – wir freuen uns sehr auf diese enge und fruchtbare Zusammenarbeit.“ Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin und Direktor der Gemäldegalerie: „Mantegna und Bellini, dieses Leitgestirn der italienischen Renaissance, ist in den Gemäldesammlungen Londons wie Berlins so stark wie nirgendwo außerhalb Italiens vertreten. Was liegt da näher als eine Ausstellungskooperation, die die enge Verbundenheit unserer Sammlung mit internationalen Partnern in bester Tradition fortführt.“

1452/3 heiratete der in Padua tätige, aufstrebende Maler und Druckgraphiker Andrea Mantegna in die Familie Bellini ein – eine der führenden Künstlerfamilien im nahegelegenen Venedig. Mantegnas spektakuläre Bilderfindungen und sein intensives Interesse an der klassischen Antike hinterließen einen tiefen Eindruck bei seinem vermutlich jüngsten Schwager Giovanni Bellini. Während dieser Zeit entfaltete auch Bellinis unverkennbarer Malstil seine Wirkung auf Mantegnas Schaffen. Nach nur zehn Jahren enger Zusammenarbeit trennten sich ihre Wege: 1460 zog Andrea nach Mantua, wo er bis zu seinem Tode Hofmaler der Fürstenfamilie Gonzaga blieb. Giovanni dagegen verbrachte seine gesamte Künstlerkarriere in Venedig. In unterschiedlichen Umgebungen tätig, entwickelten sich ihre künstlerischen Stile in sehr verschiedene Richtungen. Dennoch trägt ihr Schaffen zeitlebens deutliche Spuren eines über die Jahrzehnte hinweg gepflegten Austausches, der noch immer nachempfunden werden kann.

In den Sammlungen der Gemäldegalerie und der National Gallery sind Werke von Mantegna und Bellini in außergewöhnlich großer Zahl und Qualität vorhanden. Die Bestände umfassen Meisterwerke der beiden Künstler aus allen Schaffensphasen. Zudem beherbergen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin sowie das British Museum eine außergewöhnlich reiche Sammlung von Blättern Mantegnas, Bellinis, ihrer Familie und ihrer Nachfolger bzw. ihres Umkreises. Gerade in ihrer Unmittelbarkeit und Spontaneität machen diese Zeichnungen die künstlerische Nähe von Andrea Mantegna und Giovanni Bellini deutlich. Um diesen Kern herum versammelt die Ausstellung zudem eine Anzahl herausragender Leihgaben. So werden Unterschiede und Ähnlichkeiten im Schaffen der beiden bedeutenden Renaissancekünstler auf exemplarische Weise herausgearbeitet. Neue Konstellationen und reizvolle Gegenüberstellungen machen die außerordentliche Attraktivität dieser Ausstellung aus. 

In der National Gallery ist die Ausstellung seit dem 1. Oktober 2018 mit bereits über 50 000 Besuchern sehr erfolgreich angelaufen und noch bis zum 27. Januar 2019 zu sehen. Seit dem 14. Oktober 2018 zeigt die Gemäldegalerie in der Sonderpräsentation „Bellini Plus. Forschung und Restaurierung“ Werke von Giovanni Bellini und seinem Umkreis, die in Vorbereitung der großen Sonderausstellung untersucht und restauriert wurden. Texttafeln, Fotos und Kartierungen geben den Besucherinnen und Besuchern Einblick in die Untersuchungsergebnisse, die Restaurierungsgeschichte und die jüngst durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen.

„Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance“ wird kuratiert von Caroline Campbell (National Gallery, London), Dagmar Korbacher (Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin), Neville Rowley (Gemäldegalerie und Skulpturensammlung – Staatliche Museen zu Berlin) und Sarah Vowles (British Museum).

Der Katalog zur Ausstellung ist bereits im Hirmer Verlag erschienen: gebunden, 304 Seiten, 287 farbige Abbildungen, herausgegeben von Caroline Campbell, Dagmar Korbacher, Neville Rowley und Sarah Vowles, mit Texten von Andrea De Marchi, Jill Dunkerton, Babette Hartwieg und Katharina Weick-Joch, ISBN 978-3-7774-3173-4, Preis: 39,90 €.

„Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance“  wird gefördert vom Kaiser Friedrich Museumsverein und der Sparkassen-Finanzgruppe.


Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 20:00 Uhr
Samstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: smb.museum