Das neue Jahr beginnt groß in der Kunsthalle. Groß sind sie häufig, die Gemälde von Heike Kati Barath (*1966). In der Kunsthalle werden sich ihre Bilder mit mehreren Metern Länge an der Wand entlang ziehen oder in die Höhe türmen. Diese Art der Bezugnahme auf den Raum, auf seine Dimensionen oder sein Erscheinungsbild, seine architektonischen Eigenheiten oder Einbauten ist kennzeichnend für die Ausstellungen der Malerin. Ihre Werke fertigt sie deswegen zumeist eigens für die jeweilige Präsentation und den jeweiligen Ort an. So auch jetzt, für die Ausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven.

Das Wort „Gemälde“ beschreibt das künstlerische Oeuvre von Heike Kati Barath dabei jedoch nur unzureichend. Häufig verlässt die Malerin die Zweidimensionalität ihrer Bilder sowie den Wandbezug. So trägt sie beispielsweise ergänzend zur Farbe auch pastosen, farbigen Fugendichter auf oder sie entwickelt ein Motiv aus der Fläche durch plastische Ausformungen in den Raum hinein. Mitunter fertigt sie auch ganze Skulpturen, die in ihrem Erscheinungsbild den Motiven ihrer Gemälden entsprungen zu sein scheinen, oder erzeugt Bilder im Auge des Betrachters durch feinfühlige Ergänzungen unter Einbeziehung baulicher Gegebenheiten. Und schließlich kommt es auch vor, dass sie Ihre Bilder als Installation im Raum präsentiert.

Diese Form der Präsentation zeigte sie schon einmal in Bremerhaven. In der Sonderausstellung „Nord-West Zeitgenössisch“ war Heike Kati Barath bereits 2017/18 zu Gast in der Stadt. Als Vertreterin für dieSammlung der Städtischen Galerie Delmenhorst bespielte sie einen Raum im Kunstmuseum. Dort standen in verschiedenen Längen und Breiten sowie in unterschiedlicher Farbigkeit Bretter an zwei Wänden. Sie gaben dem Ausstellungsraum den Anschein eines Lagers und verbargen beinahe ein kleines Bildnis. Es handelte sich um das Bildnis eines Gesichtes, das nur mit wenigen Kennzeichen, Augen, Haare und Mund angedeutet war und aus dem Hintergrund der Bretter geheimnisvoll manch Besucher*in erschaudern ließ.

Was vielfach erst auf den zweiten Blick bewusst wurde, auch die Bretter waren gemalt, ganz klassisch, Farbe auf Leinwand und Keilrahmen. Insofern handelte es sich bei der Installation „Sammlung“, passend zum Ausstellungsthema wirklich um ein Lager, ein Bilderlager. Bereits dieser Gastbeitrag zeigte, die Gemälde Heike Kati Baraths bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Realität, Horror, Comic und Science-Fiktion, mal komisch, mal grotesk, mal abgründig.

Mit der Ausstellung „was war das jetzt“ erhält Heike Kati Barath, die an der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten in Gent sowie an der Kunstakademie Münster studierte und seit 2013 eine Professur für Figurative Malerei an der Hochschule für Künste Bremen inne hat, jetzt eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 11:00 - 18:00 Uhr
Samstag - Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: kunstverein-bremerhaven.de

Heike Kati Barath o.T., 2011 Öl auf Leinwand 450 x 300 cm (dreiteilig) Foto: Denis Bury, Essen
06.01. - 17.02.2019

Heike Kati Barath: was war das jetzt

Kunsthalle Bremerhaven

Karlsburg 4
27568 Bremerhaven