Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt ab dem 7. April die erste Einzelausstellung der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos (*1971) in einem Museum in Deutschland. Es werden Objekte und Installationen aus den letzten 20 Jahren präsentiert, die umfassende Einblicke in die Arbeitsweise von Joana Vasconcelos vermitteln.

Die in Lissabon lebende und arbeitende Künstlerin ist bekannt für ihre raumgreifenden Werke, mit denen sie die Grenzen zwischen Tradition und Moderne, Hoch- und Alltagskultur, Kunsthandwerk und Industrieproduktion anspielungsreich auslotet. In ihren großformatigen Arbeiten verwendet sie häufig Alltagsgegenstände und unterschiedliche Materialien wie Fliesen, Keramiken, Stickereien und Stoffe, die sie zu einer eigenwilligen Art von surrealer Objektkunst verbindet.

Joana Vasconcelos bedient sich traditioneller Handarbeitstechniken wie Häkeln oder Nähen und überführt sie in die Kunst. In ihrem Atelier entstehen in farbige Garnnetze eingehüllte Einrichtungsgegenstände oder voluminöse Stoffwesen, sogenannte„Walküren“, mit denen sie international bekannt wurde.

Vielfach greift die Künstlerin in ihren Arbeiten ikonenhafte Symbole der Volkskunst auf. Dabei behandeln ihre Werke Fragen von kultureller Identität und Geschlechterrollen und zeigen Berührungspunkte zu künstlerischen Strategien, die auch Max Ernst und die Surrealisten inspirierten.

Installationen wie „Rotes unabhängiges Herz“ (2013), bei der sich ein überdimensionales Herz aus durchscheinendem Plastikbesteck zu portugiesischer Fadomusik dreht, machen diese Ansätze deutlich, ebenso Arbeiten wie „Carmen Miranda“ (2008), ein massiver, aus Kochtöpfen zusammengeschweißter High Heel, derim „Tanzsaal des Museums“ in einen spannungsreichen Dialog mit Max Ernsts Großplastik „Capricorne“ tritt.

Die Überblicksausstellung zum Werk von Joana Vasconcelos entstand in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihrem Studio in Lissabon und ist vom 7. April bis zum 4. August in Brühl zu sehen.