Das Informel wäre ärmer ohne das facettenreiche Werk Gerhard Hoehmes (1920 – 1989). Die neue Ausstellung des Emil Schumacher Museums macht die außergewöhnliche Vielfalt in dessen Schaffen erfahrbar und will einen neuen Blick auf das Gesamtschaffen dieses bedeutenden Malers des Informel anregen.

Im Mittelpunkt stehen Werke ab Mitte der 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre. Frühere Arbeiten, die zeigen wie sich der junge Künstler nach Ende des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus auch am Neubeginn der bildenden Künste beteiligte, um diesen letztlich mitzugestalten, aber auch Bilder der späten Jahre, in denen Hoehme ganz eigene Positionen unter den Informellen Künstlern prägte, machen die ausgewähl- ten Werkgruppen vor dem Hintergrund des Gesamtschaffens Hoehmes verständlich. Bekannt ist der Maler vor allem für seine späteren Gemälde mit Schnüren aus Polyethy- len, durch die seine Bilder von der Fläche der Leinwand in den Raum greifen, beson- ders interessant sind aber bereits die früher entstandenen reliefartigen Borkenbilder und insbesondere Hoehmes Bilder mit Schrift. In ihnen tritt der lesende Nachvollzug der Schrift in eine unwiderstehliche Spannung – wenn nicht sogar Konkurrenz – zu dem Blick auf die abstrakte Malerei.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog – herausgegeben von Ulrich Schumacher und Rouven Lotz, mit einem Vorwort von Ulrich Schumacher und Beiträgen von Christian Spies und Rouven Lotz – im Verlag Kettler, Dortmund. 72 Seiten mit über 60 Abbil- dungen, Softcover, ISBN: 978-3-86206-719-0, € 14,- im Museum (€ 18,- im Buchhandel).


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 12:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: esmh.de

Gerhard Hoehme, Korpuskelar, 1960, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm, Sammlung Grässlin, St. Georgen © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
16.09.2018 - 17.02.2019

Gerhard Hoehme: Epiphanie des Informel

Emil Schumacher Museum Hagen

Museumsplatz 1-2
58095 Hagen