Seit vielen Jahren reisen Matthias Körner (*1954) und Alexander Janetzko (*1981) immer wieder für längere Zeit nach Uganda, um dort ihre künstlerischen Projekte zu verwirklichen. Im Laufe der Jahre haben sie enge Beziehungen zu den dortigen Künstlerkollegen geknüpft, viele Menschen kennengelernt und deren Lebenswege sowie die Entwicklungen im Land verfolgt. Mittlerweile fühlen sie sich dort wie „Unter Freunden“ – „Mikwano Jjange“, wie bezeichnenderweise die in der Ausstellung präsentierte fotografische Serie von Alexander Janetzko heißt.

Seit 2014 arbeiten beide Künstler gemeinsam unter anderem an dem Film Königsland, der eindrücklich über die Lebensverhältnisse in dem ostafrikanischen Land erzählt. Die Video-clips, die in der Ausstellungsinstallation auf drei Monitoren abgespielt werden, konzentrieren sich auf Details, die sich bildhaft zu einer Collage zusammenfügen. Bewegte Bilder verschiedenster Situationen wechseln sich ab und verdichten sich Stück für Stück zu einem Gesamtbild aus Arbeit, Verkehr, Natur...

Es sind Bilder, die sowohl die pulsierende Geschäftigkeit der modernen Großstadt, als auch die scheinbare Beschaulichkeit des dörflichen Lebens veranschaulichen. Die einzelnen Filmsequenzen zeigen beispielsweise Prediger, die mit Eindringlichkeit die Passanten zur Umkehr mahnen; Druckereiarbeiter, die endlose Berge von Formularen stempeln; Bauern, die mit Hilfe von Ochsen ein Feld umpflügen. Märkte auf Schienensträngen, die nicht mehr für Reisezüge genutzt werden, sind ebenso zu sehen, wie der chaotische und laute Verkehr in den Straßen von Kampala. Messerschleifer, Mopedfahrer, Straßenkehrer, schlafende Kider, Händler, die auf Gehwegen Waren anbieten - sie alle tauchen in den Videoclips auf und erzählen etwas über das Leben in Uganda.

Beide Künstler filmten auch Tätigkeiten wie die Essenszubereitung, das Reinigen der Kinder, das Waschen der Wäsche oder das Arbeiten im Steinbruch. Die Arbeitsabläufe der Menschen sind routiniert, alle Handlungen greifen ineinander – kein Zuviel, keine unnützen Handgriffe. Es ist eine minimalistisch-ökonomische Choreografie des Alltags.

Korrespondierend zu den Filmen werden Schwarzweißfotografien von Alexander Janetzko und Hinterglasmalereien von Matthias Körner präsentiert. Die Arbeiten entstanden zum Thema „Regenzeit“, der favorisierten Reisesaison der beiden Künstler. Es ist die Zeit des jeweiligen Neubeginns in Landwirtschaft und Natur, gleichzeitig aber auch die Zeit der Gefahr von Überschwemmungen, die besonders für die Menschen in den unter- privilegierten Wohngebieten eine Bedrohung darstellen.

Das Projekt wird unterstützt von Medienbord Brandenburg und Sparkasse Spree-Neiße.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: blmk.de

Matthias Körner: Aus der Reihe „Regenzeit“, 2017, Hinterglasmalerei, © Matthias Körner
19.01. - 17.03.2019

Matthias Körner / Alexander Janetzko: Königsland

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst - Dieselkraftwerk

Uferstraße/Am Amtsteich 15
03046 Cottbus