Ab 27. Februar 2019 widmet das Centre Pompidou-Metz dem koreanischen Künstler Lee Ufan eine monografische Ausstellung, die einen Überblick über sein malerisches und skulpturales Werk von den Anfängen in den späten 1960er-Jahre bis zu seinen jüngsten Produktionen bietet. Zentrales Anliegen der Schau wird es sein zu zeigen, wie sich Ufans künstlerisches Vokabular in den fünf Jahrzehnten seines bisherigen Schaffens, in dessen Verlauf jede Werkserie gleichsam Wegbereiter für die folgende war, verändert und weiterentwickelt hat.

1936 im japanisch beherrschten Korea geboren, genoss Lee Ufan eine traditionelle konfuzianische Erziehung, was ihn als Künstler maßgeblich prägen sollte. Seit den 1960er- Jahren sucht Ufan nach einem Gleichgewicht zwischen seinen koreanischen Wurzeln und seiner Nähe zu Japan und später der westlichen Welt sowie zwischen Philosophie und Kunst. Seine Werke präsentieren sich als erlebbare Begegnungen und Erfahrungen. Während seine Skulpturen und Environments ein Spiel mit dem Raum sind, verhandelt er in seinem malerischen Werk eher die Zeit. Jede seiner Arbeiten hat die Wirkmacht eines Aphorismus und übersetzt seine grundlegenden philosophischen Prinzipien auf eine visuelle und physische Ebene.

Im Ausstellungsparcours begegnen die Besucher*innen den berühmten Werkserien From Points, Line, Winds; Dialogue; Correspondance und Relatum, aber auch Werken und Installationen, die bis dato nur selten öffentlich zu sehen waren und häufig Wendungen in seinem Denken markieren. So machen sie aufeinanderfolgende oder sich überschneidende Phasen seiner Arbeit verständlich und stellen Verbindungen zwischen Malerei und Skulptur her.

Lee Ufan lädt die Besucher*innen ein, sich seinen großen Themen – dem Verhältnis zwischen den Dingen und dem Raum, der sie umgibt, zwischen Fülle und Nichts, aber auch dem Dialog zwischen Natürlichem und Industriellem, zwischen innen und außen – in einem meditativen Spaziergang zu nähern, und macht auf diesem Wege seine ganz persönliche Definition von zeitgenössischer Kunst spürbar, die losgelöst von Sprache ist und in der unmittelbaren sinnlichen Begegnung fassbar wird.

Lee Ufan lebt in Kamakura (Japan) und in Paris. Sein Werk wurde schon in zahllosen Institutionen weltweit präsentiert, darunter die Ermitage in Sankt Petersburg, die Serpentine Gallery und die Pace Gallery in London, das Guggenheim Museum in New York, das Centre de Création Contemporaine Olivier Debré, Schloss Versailles, das Musée d’art moderne von Saint Etienne, die Galerie Nationale du Jeu de Paume, das Kunstmuseum Bonn, das Städel Museum Frankfurt und das National Museum of Contemporary Art in Seoul. Ebenso zahlreich sind die Kunstveranstaltungen, auf denen Ufan bis dato vertreten war, zu nennen sind etwa die Biennalen von Venedig (2007, 2011), Gwangju (2000, 2006), Shanghai (2000), Sydney (1976), São Paulo (1973) und Paris (1971). Außerdem war der Koreaner im Rahmen der Ausstellungen Urformen (2014) und Japanorama. Zeitgenössisches Schaffen aus neuer Sicht (2017) bereits zu Gast im Centre Pompidou-Metz.


Öffnungszeiten:
01.04. - 31.10.
Montag, Mittwoch - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Dienstag: geschlossen

01.11. - 31.03.
Montag, Mittwoch, Donnerstag: 10:00 - 18:00 Uhr
Freitag - Sonntag: 10:00 - 19:00 Uhr
Dienstag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: centrepompidou-metz.fr

Peinture à l'eau sur les pierres, 1998, Vallée Hakone © Atelier Lee Ufan et tous droits réservés
27.02. - 30.09.2019

Lee Ufan: Die Zeit bewohnen

Centre Pompidou-Metz

1, parvis des Droits-de-l’Homme
57020 Metz Cedex 1