KAISER WILHELM MUSEUM

Für den Sammlungssatelliten #3 thematisiert die lettische Künstlerin Ola Vasiljeva (geb. 1981 in Ventspils, lebt in Den Haag) die Behandlung weiblicher Designerinnen im Deutschen Werkbund. Ihrem Design wurde die Sachlichkeit abgesprochen, es galt als unbedeutend und kitschig. Als Reaktion darauf realisierten Margarete Knüppelholz-Roeser und Alexe Altenkirch 1914 das Haus der Frau auf der Deutschen Werkbundausstellung in Köln: geradlinig und nüchtern. Inspiriert davon hat Vasiljeva eine raumgreifende Installation realisiert, in der die Grenzen zwischen männlich und weiblich fließend sind. Als Ausgangspunkt dienten Vasiljeva die Bestände des Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe – einer herausragende Mustersammlung des Deutschen Werkbunds, die seit 1923 zu der Sammlung der Kunstmuseen Krefeld gehört. 1909 gründete Karl Ernst Osthaus dieses mobile Museum mit einzigartigen Arbeiten, die die Zusammenarbeit von Kunst, Industrie und Handwerk fördern sollte. Es bildet damit eine Vorstufe zu dem 1919 gegründeten Bauhaus.

Zu der neuen Ausstellungs- bzw. Projektreihe Sammlungssatelliten der Kunstmuseen Krefeld werden zweimal jährlich Kunstschaffende eingeladen, sich mit einzelnen Werken oder Konvoluten der museumseigenen Sammlung auseinanderzusetzen und auf neuartige Weise zu erschließen.