Schillernd, bunt und opulent: Die Tanzskulpturen von Margarete Palz wirken auf den ersten Blick wie fantastische Erscheinungen aus einer anderen Welt. Je nach Blickwinkel ändern sich Farben und Formen wie bei einem Kaleidoskop; Licht reflektiert auf den glänzenden Oberflächen und setzt die Kunstkleider immer wieder neu in Szene. Seit 1990 entwirft die Zweibrücker Textilkünstlerin außergewöhnliche, tragbare Kunstobjekte, die ab dem 15. März in einer großen Auswahl in der Städtischen Galerie Neunkirchen zu sehen sind.

Ungewöhnlich ist das Material, aus dem Margarete Palz ihre fantasievollen Kreationen gestaltet. Ausgangspunkt sind großformatige Fotografien, die sie von Hand in geometrische Formen zerschneidet. Zumeist handelt es sich hierbei um Fotodrucke, die aus dem Studio ihres Bruders Gerhard Heisler stammen. Aufgenäht auf farbigen, transparenten Gazestoff fügt Margarete Palz die glänzenden Streifen, Quadrate und Rechtecke zu unzähligen neuen Einzelteilen zusammen, aus denen sie in monatelanger Fotopapierkleider moduliert.

Spielerisch und ohne Vorentwurf zweidimensionalen Medium der Kunstobjekte. Ihre „Körperhüllen“ wirken wie Skulpturen, die beiAufführungen und Performances durch Bewegung und Tanz zum Leben erweckt werden.

Der aufkeimende Gedanke an Oskar Schlemmers Figurinen des Triadischen Balletts und das Bauhaus, das in diesem Jahr sein 100- jähriges Jubiläum feiert, kommt hierbei nicht von ungefähr. Margarete Palz studierte bis 1961 an der Werkkunstschule in Saarbrücken beim ehemaligen Bauhausschüler Oskar Holweck.

Auch wenn sie sich in ihren Arbeiten von der Konkreten Kunst entfernt hat, zeugt ihre Herangehensweise, also die vorbereitende Zerlegung eines Ganzen in Segmente und das Spiel mit der geometrischen Form, von ihren künstlerischen Wurzeln, die sie kontinuierlich zu einer eigenen Formensprache weiterentwickelt hat.


Eröffnung der Ausstellung:
Freitag, 15.03.2019, 19:00 Uhr