Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, war das Wuppertaler Museum zerstört und musste konstatieren, dass mehr als tausend seiner Gemälde geraubt, abhandengekommen und verschollen, mehr als 500 vernichtet waren. Seine Grafische Sammlung hatte den Verlust von 1538 Blättern zu beklagen, der Skulpturenbestand hatte sich um 67 Objekte verringert.

Die vor dem Krieg höchst bedeutende Sammlung hatte schwer gelitten, doch schon im Dezember 1945 fanden wieder erste Ausstellungen und Vorträge im zentralen Haus statt. Sofort gingen der Kunst- und Museumsverein und die Museumsdirektoren Victor Dirksen und Harald Seiler daran, die Sammlung wieder aufzubauen. Neben zahlreichen Ankäufen war es die Schenkung Eduard von der Heydts, die das Museum wieder zu einem Ort der Avantgarde und zu einem Haus mit einer beeindruckenden Kunstsammlung machte, die von 2000 v. Chr. bis in die aktuelle Gegenwart reicht. 

In den folgenden Jahren sammelte das Museum in zwei Richtungen: zum einen „nach rückwärts“, um die Lücken in der Sammlung wieder zu schließen und die Verluste zu kompensieren, zum anderen nach vorne, in die Zukunft, um den aktuellen Strömungen der modernen Kunst Raum zu geben. Auch wenn längst nicht alle Verluste wieder wettgemacht werden konnten, ist so im Laufe der vergangenen 70 Jahren eine hochkarätige Sammlung entstanden, die jetzt wieder behaupten kann, zu den wichtigsten Kunstsammlungen Deutschlands zu zählen.

Aus dem riesigen Schatz seiner Sammlung hat das Von der Heydt-Museum die vergangenen 
100 Jahre für die neue Präsentation herausgegriffen; von 1918/1919, den Revolutionsjahren nach dem Ersten Weltkrieg, bis 2018/2019, einem Jahr, in welchem das politische Gefüge der Welt wieder auseinanderzubrechen droht, reicht der Bogen, den die neue Ausstellung schlägt.

Nicht streng, aber doch einigermaßen in chronologischer Ordnung, präsentiert die Ausstellung Highlights der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, beginnend mit Carl Hofer, Otto Dix und Karl Röhrig, über die Surrealisten und die Kunst des Informel hin zu Zero, der Konkreten Kunst, zur neuen Figuration der 80er und 90er Jahre, zu Tendenzen der Farbfeldmalerei und zu den allerneusten Erwerbungen des Museums. Die Ausstellung umfasst so ca. 130 Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen.

14.04. - 22.09.2019

1919 – 2019 – hundert Jahre Moderne im Von der Heydt-Museum

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8
42103 Wuppertal