„Wer interessieren will, muss provozieren.“

Einige der 42 Mitglieder des Arbeitskreises Oberhausener Künstler, die mit ihren Werken bei der Ausstellung „OB-ART 2019“ in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vertretensind, haben sich dieses Motto auf die Fahnen geschrieben.

Mit einer bildnerischen Anspielung auf sehr Privates, ja Intimes, gibt Jörg Rosendahl dem Titel der Ausstellung OB-ART mit seiner Arbeit „British Menstruation“ eine unerwartete Interpretation, die nicht ganz unpolitisch ist und auch auf die Ausstellung British Pop Art im Hauptschloss verweist.

Um die große Politik geht es letztlich auch bei Vassiliki Karampatakis auf den ersten Blick so lieb daher kommender Arbeit „Retortenerden“. Um vertane Chancen und die illusorische Hoffnung auf neue Lebensräume aus der Retorte, wenn wir Menschen unsere Erde heruntergewirtschaftet haben.

Einst wurde in Oberhausen viel „Kohle“ mit Kohle gemacht. Aber was war das schwarze Gold, bevor der findige Mensch es für sich zu nutzen wusste? „Vor der Kohle war viel Holz“ nennt Ulla Vondung ihre Assemblage/Collage aus Papier, Pappe, Rinde, Holz und Wurzeln und schlägt so den Bogen von der Kohle zu deren Ursprüngen, den Urwäldern des Karbons.

Etliche Verwandlungen hat das schräge Oberhausener O schon durchgemacht. Hildegard Hugo gibt ihm in ihrer fotografischen Arbeit „Die Geschichte des O.“ farbige, tänzerische Leichtigkeit. Dorothea Schallers „Vierflächner“, bunt, zart, schwebend, lässt die Hoffnung aufkeimen,dass doch noch nicht alles verloren ist. Kunst darf auch schön sein und uns alle abheben und schwerelos werden lassen. Schönheit könnte die Rettung sein...

Aus Julian Hennings Gemälde „Drop in Drop out" springen einem totenschädelhafte Masken geradezu entgegen und sprengen mit ihrer Eindringlichkeit und Farbintensität geradezu den Rahmen.
Alexander C. Cornelius wählt für sein „Shark Business" mit einer runden Leinwand schon einungewöhnliches Format – den Zusammenhang von Kunst und Kommerz fechten der Monopoly-Mann und Andy Warhol zwischen Glitter und Phosphor aus.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Rolf Adam, Jan Arlt, Robert Bosshard, Alexander C. Cornelius, Manfred Gliedt, Billie Erlenkamp, Regine Hattwig, Julian Henning, Klaus Heuermann, Michael Houx, Helga Hütten, Hildegard Hugo, Martin Huhn, Karl Joliet, Klaus Jost, Vassiliki Karampataki, K&K Kelbassa’s Panoptikum (Corinna Kuhn, Detlef Kelbassa), Michael Kersten, Wolfgang Kleinöder, Helmut Kottkamp, Kuno Lange, Georg Overkamp, Judith Pasquale, Sven Piayda, Oliver Pietern, Rosemarie Pott, Alexander Ray, Sabine Reimann, Klaus Reimer, Jörg Rosendal, Dorothea Schaller, Nicole Schillings, Günter M. Schirmer, Lara Schumann, Cornelia Schweinoch-Kröning, Edelgard Stryzewski-Dullien, Nicole Tenge, Jutta Veerbeck, Ulla Vondung, Erika Wobser, Marion Wulf.