Bereits zum dreizehnten Mal wurde in diesem Jahr der 2005 initiierte Falkenrot Preis vergeben; er zeichnet internationale Künstler*innen aus, deren Arbeit in besonderem Maße dazu angetan ist, neue Maßstäbe in der aktuellen zeitgenössischen Kunst zu setzen. Der Preis wird alljährlich durch das Künstlerhaus Bethanien verliehen und umfasst eine große Werkschau in den Ausstellungsräumen des Hauses sowie einen umfassenden Katalog.

Falkenrot-Preisträger 2019 ist der in Berlin lebende Künstler Erez Israeli. Seine Ausstellung Black Milk im Künstlerhaus Bethanien versammelt Werke aus den vergangenen Jahren, mehrere neue Arbeiten, die der Künstler eigens für die Ausstellung geschaffen hat sowie eine Installation, die in situ entsteht.

Israelis facettenreiche, multimediale Arbeiten setzen sich auf eindringliche Weise mit Themen wie Holocaust und Antisemitismus, aber auch der untrennbaren Verknüpfung europäischer und jüdischer Kultur auseinander. Auf oftmals provokante Weise thematisiert der Künstler kollektive Verantwortung, Rassismus oder den alten und neuen Rechtspopulismus, ebenso wie eine sich in Routine erschöpfende Erinnerungskultur oder die aktuelle politische Situation in Israel und Palästina. Dabei spielen Körper und Sexualität, stereotype historische und Gender-Zuweisungen eine zentrale Rolle und sind Stilmittel zum Ausdruck seiner dezidierten Ablehnung jeglicher Form von Unterdrückung undmAusgrenzung.

"Seine Arbeiten sind von dem Bestreben gekennzeichnet, Schmerz, Leid, Gräuel und die Fähigkeit des Menschen zu schier unbeschreiblicher Gewalt dem Betrachter nicht nur vor Augen zu führen, sondern all dies – einschließlich der Mechanismen dahinter – für ihn fühlbar zu machen. Dabei schreckt er nicht vor drastischen, dramatischen und exaltierten Mitteln zurück. Bewusst wählt er die Gratwanderung zwischen Emotionalisierung, Kitsch, Vernunft und Aufklärung. Coolness zählt in der heißen Hölle menschlicher Gräuel für ihn nicht." (Markus Peichl)

Erez Israeli *1974 in Beer Sheva, Israel, lebt und arbeitet seit 2015 in Berlin. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem im Martin-Gropius-Bau, Berlin, im Tel Aviv Art Museum und im Georg Kolbe Museum, Berlin. Große Beachtung fand sein monumentales Wandgemälde Firewall Mural, das er 2014 an der Brandwand des Künstlerhauses Bethanien in Berlin anbrachte. Detaillierte Informationen zu Biografie und künstlerischem Werk von Erez Israeli erhalten Sie bei der Galerie CroneBerlin: alexander.hattwig@galeriecrone.de

Am 22. März 2019 um 19:00 Uhr findet im Rahmen der Ausstellung ein Gespräch zwischen Erez Israeli und der israelischen Kunsthistorikerin und Kuratorin Doreet Harten (Berlin) statt, zu dem wir ebenfalls herzlich einladen. (Das Gespräch findet in Englisch statt.)

Besonderer Dank für das Zustandekommen der Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien gilt Michael Schultz, Berlin. Das Projekt wurde freundlich unterstützt durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Abteilung Kultur.

Ein umfassender Katalog zum Werk von Erez Israeli, der die Preisträger-Ausstellung Black Milk begleitet, ist derzeit in Vorbereitung und erscheint im Frühjahr 2019.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 14:00 - 19:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: bethanien.de

©Fotos: David Brandt für Künstlerhaus Bethanien
01.03. - 24.03.2019

Falkenrot Preis 2019: Erez Israeli. Black Milk

Künstlerhaus Bethanien

Kottbusser Straße 10
10999 Berlin