Bauhausarchitektur im Bild zeitgenössischer künstlerischer Fotografie mit historischen Bezügen

Die Bedeutung, die das Bauhaus (1919-1933) als visionäre architektonische, gestalterische, soziokulturelle und kulturhistorische Bewegung der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts bis heute hat, wird nicht nur in der vielfältigen Auseinandersetzung mit der Architektur oder im Bereich des Möbel- und Produktdesigns und dem hier unveränderten Interesse an der Formensprache der Klassiker der Bauhaus-Entwürfe ablesbar. Auch im Bereich der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie erscheint die Wahrnehmung und metaphorische Übersetzung der Bauhausarchitekturen und ihrer Vorläufer als ein konzeptuell vielschichtiges Thema. Schon am Bauhaus kam der Fotografie als adäquatem Ausdrucksmittel zur Übersetzung der Wahrnehmung des Neuen Bauens und der ‚Visionen der Moderne’ neben ihren Aufgaben der Dokumentation als eigenständiges künstlerisches Medium eine besondere Bedeutung zu.

Zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses widmet sich die Ausstellung „Visionen der Moderne heute“ dem Themenfeld der Bauhausarchitekturen innerhalb der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie und stellt dabei auch historische Bezüge, sowohl zu den Bauten im Kontext der Bauhausarchitektur als auch zur Fotografie der Zeit her. Vorgestellt werden unterschiedliche Bildkonzepte, mit denen sich Künstlerinnen und Künstler im Bereich der Fotografie den vielschichtigen Aspekten der Architektur des Modernismus aus individuellen Perspektiven zuwenden. Parallel zu den zeitgenössischen Bildbeispielen werden Vintage-Fotografien aus der Bauhaus Zeit, etwa von Lucia Moholy, von anonymen FotografInnen oder zu den Bauten in Tel Aviv zu sehen sein. Hiermit ist auch ein Vergleich der jeweiligen bildgebenden Verfahren und Konzepte möglich. Ins Blickfeld der fotografischen Arbeiten, die auf unterschiedlichen Bildsprachen beruhen und im Nebeneinander auch ikonografische Vergleiche zulassen, rücken Architekturen aus der Bauhaus Zeit ebenso wie Vorläufer-Bauten wie etwa die Fagus Werke von Walter Gropius in Alfeld oder sonstige modernistische Bauten wie Bruno Tauts Siedlung Onkel Tom’s Hütte in Berlin. Darüber hinaus beziehen sich manche Arbeiten auch auf spätere Bauten der Architekten der Moderne – z. B. auf die Weiße Stadt in Tel Aviv oder die berühmte Kirche in Ronchamp von LeCorbusier.

Gezeigt werden fotografische und die Fotografie einbeziehende Arbeiten von
Georg Brückmann (*1977, D), Frauke Dannert (*1979, D), Günther Förg (1952-2013), Owen Gump (*1980, USA), Margret Hoppe (*1981, D), Irmel Kamp (*1937, D), Lucia Moholy (1894-1989, AT/CH), Anonyme Fotografien zur Bauhaus Architektur (1930er Jahre), Itzhak Kalter (1903-1997, P/ISR), Kocheisen + Hullmann (*1954/1956, D), Christof Klute (*1966, D), Heidi Specker (*1962, D), Anett Stuth (*1965, D), Hiroshi Sugimoto (*1948, J)