Das einzige, was die Werke der neuen Präsentation des Kunstmuseums Gelsenkirchen  eint, ist die Tatsache dass sie keinen Titel haben. Vom 5. Februar bis 19. Mai 2019 zeigt das Kunstmuseum Werke aus der eigenen Sammlung, die lediglich mit „Ohne Titel“ oder „untitled“ bezeichnet sind. Als Ausstellung im  sogenannten Schaufenster, das auch außerhalb der Öffnungszeiten vom Museumsvorplatz aus zu sehen ist, bildet die neue Präsentation dabei die große Varianz dieses Themas ab.

„Ohne Titel“ ist der wohl am häufigsten vergebene Titel für Kunstwerke der Moderne. 
Meist sind Titel eine kurze Beschreibung des Bildes und bieten dem Betrachter einen Anhaltspunkt für dessen Interpretation. Doch Mitte des 20. Jahrhunderts verweigern sich Künstlerinnen und Künstler zunehmend, an diese alte Tradition anzuknüpfen und ihren Werken mit dem Titel eine bestimmte Interpretationsrichtung vorzugeben. Die titellosen Werke rücken somit an sich in den Fokus der Betrachtung und fordern dazu auf, eigenen Assoziationen und Gedanken zu folgen. Gleichzeitig fragen die Künstler nach der Autonomie des Kunstwerks und verweigern sich einem Bedeutungskontext, der allzu oft von Institutionen und Märkten geschaffen wurde. Sie erobern das Kunstwerk nicht nur für den Betrachter, sondern auch für sich zurück.

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt mit „Ohne Titel“  u.a. Werke von Arnulf Rainer, George Korsmit, Emil Schumacher, Günter Tollmann, Klaus Schoen und Tuir Simeti.

Klaus J. Schoen, Ohne Titel, 1982, © Foto: Kunstmuseum Gelsenkirchen
05.02. - 19.05.2019

Ohne Titel - Künstler verweigern die Beschreibung

Kunstmuseum Gelsenkirchen

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45897 Gelsenkirchen