Schüler*innen-Projekt der Jakob-Stoll-Realschule, der Wolffskeel-Realschule und der Kunstvermittlung im Museum im Kulturspeicher

Worum geht es bei diesem Projekt?
Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung leben in der gleichen Stadt, besuchen sogar die gleiche Schule.
Aber lernen sie sich wirklich kennen?
Haben sie Kontakt zueinander?

„Wir wollten nicht übereinander, sondern miteinander reden.“
Nach einem Workshop zum Kennenlernen im Museum im Kulturspeicher begleiteten sich je zwei Jugendliche mit der Kamera ihres Smartphones einen Tag lang von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr in ihrem Alltag. Jede Stunde entstanden mehrere Fotos. Von diesen wählten sie gemeinsam eines pro Stunde aus. Dieses wird in der Ausstellung gezeigt.
Zu den Fotos der Jugendlichen aus Würzburg gesellen sich Fotos von Jugendlichen aus unserer schwedischen Partnerstadt Umeå, die nach der gleichen Idee entstanden sind.

Warum liegt der Fokus der Fotografien auf Orten und Gegenständen und nicht auf Gesichtern und Personen? Hier spielte die neue DSGVO eine Rolle für uns. Wir wollten die Anonymität der Jugendlichen schützen. Durch diese Vorgehensweise entwickelte sich überraschenderweise eine ganz neue und ungewöhnliche Ästhetik.

Die Schüler*innen erzählen selbst:
„Das Projekt war manchmal anstrengend, da es in der letzten Juliwoche war und es über 30 Grad hatte. Trotzdem war es eine schöne Erfahrung, da wir eine andere Familie und Kultur kennengelernt haben. Insgesamt war und ist es ein wundervolles Projekt gewesen. Wir haben uns öfters mit der gesamten Gruppe getroffen und gemeinsam eine große Fotoausstellung kreiert.“

„Das Projekt war am Anfang nur ein Grund, um Schulstunden zu verpassen, doch über die Dauer wurde es zu einem Projekt, an dem man mitmachte, weil man kreativ sein konnte. Es hat uns Spaß gemacht und wir haben neue Erfahrungen gesammelt, denn das Projekt hat uns alle näherzusammen gebracht.“

„Obwohl wir zwar in derselben Klasse sind, kannten wir uns privat kaum. Durch das Projekt haben wir alle einen Einblick in das Leben des Anderen erhalten. Interessant war auch, dass wir nicht uns und unsere Gesichter zeigen sollten; so wurde der Blick mehr auf die gemeinsamen Tätigkeiten gelegt und nicht auf die einzelnen Personen. Für uns war das Projekt ein tolles Erlebnis. Wir haben unserer Kreativität freien Lauf gelassen. Wir haben viel gearbeitet, damit die Bilder schön werden.“

„Das Projekt ‚One Day in your life‘ war ein einzigartiger Tag, der nur einmal im Leben passieren wird. Es war schön, mit den anderen zu arbeiten und sie kennenzulernen. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Es war ein besonderes Erlebnis, mit einer Person zwei Tage zu verbringen, an welcher man sonst nur stumm im Schulgang vorübergeht. Man kennt kein Alter, keine Familie, keine Hobbies dieser Person – doch man kann mit dieser einen wundervollen Tag verbringen, denn zu zweit erlebt man Momente viel besser. Solche haben wir in unseren Bildern festgehalten – doch die besten Bilder sind in unseren Köpfen! Es ist etwas Neues und Schönes, dass man mit einer Person, welche man nicht kennt, einen normalen Tag verbringt. Komplett ohne Vorurteile – so sollte es sein. Egal wo derjenige herkommt, welche Hautfarbe er besitzt oder welchen Glauben er hat. Wie egal das ist, wurde in diesen Tagen so bestätigt. Man hat schnell vergessen, dassderjenige „anders“ ist. „Anders“? Genau das muss aus unseren Köpfen raus und mit genausoeinem Projekt löscht man das vorprogrammierte Denken.“

„Die Projekttage sollen uns zeigen, dass das Schubladendenken in unserer Gesellschaft immer noch verankert ist, obwohl, wie uns jetzt bewusst ist, unsere Welten nicht so verschieden sind, wie sie scheinen. Als Frau Debold uns zu diesem Projekt einlud, waren wir erst skeptisch, da wir nicht viel miteinander am Hut hatten. Wir beide hatten anfangs Vorurteile gegenüber dem anderen, aber schon nach einem Treffen waren diese aus dem Weg geschaffen. Von einem Kopfnicken am Gang entstand eine Umarmung, die zu einem langanhaltenden Gespräch führte. Und nun stehen wir hier als Freunde.“


Öffnungszeiten:
Dienstag: 13:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch: 11:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag: 11:00 - 19:00 Uhr
Freitag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: kulturspeicher.de

8.00 Uhr: Stuhlkreis Geschichte, Foto Schüler*in des Projektes, ©MiK
30.03. - 12.05.2019

One Day in your life

Museum im Kulturspeicher

Oskar-Laredo-Platz 1
97080 Würzburg