In der Ausstellung „Farbe im Stein – Schwingung im Metall“ begegnensich mit Helmut Dirnaichner, geboren 1942 in Kolbermoor, und Martin Willing, geboren 1958 in Bocholt, zwei außergewöhnliche Künstler, die ihre Profession in besonderer Weise ausüben. Helmut Dirnaichners Medium ist die Farbe; ihn als Maler zu bezeichnen, trifft seine Arbeit nur unvollständig. Martin Willings dreidimensionale Arbeiten bilden offene Formen ohne geschlossene Außenhaut. Sie sind anders als Skulpturen im klassischen Sinn nicht starr und schwer, sondern leicht und beweglich.

Gerade die spezifische Eigenheit ihrer Werke macht ihr Zusammentreffen ästhetisch so reizvoll. Jedoch gibt es auch Vergleichbares: Beiden geht es um die Sphäre zwischen Ruhe und Bewegung, zwischen Oberfläche und Tiefe, um Binnenstruktur und Lichtreflexion, letztlich um Ausstrahlung ihrer Werke in den Raum. In beider Werk finden sich Analogien zur Natur, ohne den Hauch eines Abbilds. Beide erforschen intensiv die Eigenschaften ihres Materials – des Metalls mit seiner Elastizität und Festigkeit auf der einen Seite und der aus Stein und Erde gelösten Farben auf der anderen Seite. Ihr Ziel ist es, die im Material steckenden Kräfte sichtbar zu machen, ihnen Balancen und Harmonien abzugewinnen. Dazu bedarf es nicht nur einer Vision; es ist in der jeweiligen künstlerischen Arbeit auch ein hohes Maß an physischer Kraft notwendig.

Klar umrissen ist ihr jeweiliges Formenrepertoire: Bei Helmut Dirnaichner sind es die Lanzettform und die Eiform neben den geometrischen Formen Kreis, Rechteck und Zylinder, dazu schmale Elemente, die an prähistorische Werkzeuge erinnern. Martin Willing untersucht geometrische Formen hinsichtlich ihrer Schwingungseigenschaften: das Band, der Stab, der Kreis, der Torus, der Kegel, der Zylinder, das Ellipsoid. Die Formen baut er oft spiralig oder in ein- und mehrachsigen Schichtungen auf, denn die Form bestimmt die Bewegung.

Beide Künstler können in ihrem Bezug auf das rein Bildhafte unter Verzicht auf Figuration dem großen Feld der Konkreten Kunst zugerechnet werden, und beide sind mit je einem wichtigen Werk in der Sammlung Ruppert im Museum im Kulturspeicher Würzburg vertreten. Sowohl Helmut Dirnaichner wie Martin Willing sind international durchgesetzt mit Ausstellungen in Europa und den USA. Helmut Dirnaichner lebt in München, Mailand und Apulien, Martin Willing hat seinen Wohnsitz in Köln. Ausgestellt sind insgesamt 76 Werke.


Öffnungszeiten:
Dienstag: 13:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch: 11:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag: 11:00 - 19:00 Uhr
Freitag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: kulturspeicher.de

Helmut Dirnaichner, Uxmal, 2017, VGBild-Kunst Bonn 2019, Foto Sofiya Chuhuyevets, Hamburg, 134 KB
01.06. - 28.07.2019

Farbe im Stein – Schwingung im Metall. Helmut Dirnaichner und Martin Willing.

Museum im Kulturspeicher

Oskar-Laredo-Platz 1
97080 Würzburg