Das Horst-Janssen-Museum zeigt vom 18. Mai bis 18. August 2019 die neue Sonderausstellung „Natur Schöpfen. Eine wachsende Ausstellung“, kuratiert von der Bildenden Künstlerin Insa Winkler und unter Beteiligung von Peter Reichenbach, Werner Henkel und Matthias Schwethelm. Die Ausstellung widmet sich auf allen drei Ebenen des Museums dem Themenkomplex Natur, Kunst und Nachhaltigkeit und bezieht auch zahlreiche Werke von Horst Janssen mit ein. „Natur und Kunst treten hier nicht als gegensätzliche Kräfte auf, sondern ergänzen sich“, sagt Insa Winkler. „In der Diskussion um einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und in einer Zeit, in der ökologische Fragen nahezu alle Lebensbereiche berühren, kann die Ausstellung zum Nachdenken anregen und einen interessanten Beitrag leisten.“

„‚Natur Schöpfen‘ beteiligt in besonderer Weise auch die Besucherinnen und Besucher“, beschreibt Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos. „Sie sind aufgefordert, die Ausstellung weiter wachsen zu lassen, indem sie in zwei Laborzonen selbst Papier schöpfen und Naturpigmente herstellen.“ Im Sinne dieser interaktiven Herangehensweise erhalten die Besucherinnen und Besucher ein kleines Handbuch, um kreative Experimente festzuhalten und weitere Inspiration zu gewinnen. Ausgangspunkt dieses Teils der Ausstellung ist eine künstlerische Kooperation von Insa Winkler mit Peter Reichenbach, dem Gründer des UNESCO-prämierten Färbergärten-Netzwerks sevengardens, und Matthias Schwethelm, der seine Expertise in der Kunst des Papierherstellens einbringt. „Die Natur in ihren vielfältigen Stoffen, Formen und Farben wirkt hier als Impulsgeber für die eigene künstlerische Kreativität“, so Moster-Hoos. „Darüber hinaus kann die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur auch zu einem naturfreundlicheren Umgang im Alltag beitragen“, meint Insa Winkler. Sie hat in ihrer prägnanten bildhauerischen Formensprache Weidenobjekte mit handgeschöpftem und recyceltem Papier sowie mit Pflanzenfarben kombiniert; davon ausgehend wird gemeinsam eine große „soziale Plastik“ geschaffen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet ein Dialog der Werke von Horst Janssen mit Arbeiten des Bremer Künstlers Werner Henkel. Für beide stellt die Natur eine andauernde Anregung für ihre Kunst dar. Trotz unterschiedlicher künstlerischer Mittel und Interessen schöpfen sie von der Ästhetik der Naturerscheinungen, ihrer energetischen Vorgänge und bedrohlichen Vergänglichkeit. Während Janssen die Natur in Zeichnungen und Drucken festhielt, arbeitet Henkel unmittelbar mit verschiedenen Naturstoffen: In seinen Bildern, Collagen und Blattschnitten verarbeitet er Blätter, Äste, Blüten und andere organische Materialien. Wie bei den anderen beteiligten Künstlern spielen Ökologie und Umweltschutz für seine Arbeiten eine entscheidende Rolle.

Rahmenprogramm
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Neben verschiedenen Führungen gibt es die Möglichkeit, an Workshops rund um die Themen Pigmente und Papier teilzunehmen, etwa in der Montags_Kunst für Erwachsene (ab 20. Mai), in der Reihe „Samstags im Museum“ für Kinder (am 29. Juni) oder bei Veranstaltungen mit Insa Winkler (6. Juli) und Peter Reichenbach (3. Juni). Zudem lädt Insa Winkler zu einer Radtour in ihr Wüstinger Studio ein, wo ebenfalls experimentiert werden kann (13. Juli). In den Sommerferien gibt es neben Ferienpass-Veranstaltungen auch Angebote für Kindergarten- und Hortgruppen.

Ausstellungsansicht Ebene 2 © Foto: Stadt Oldenburg
18.05. - 18.08.2019

Natur schöpfen. Eine wachsende Ausstellung

Horst-Janssen-Museum

Am Stadtmuseum 4-8
26121 Oldenburg