Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean präsentiert Building Philosophy – Cultivating Utopia, die erste Retrospektive, die dem Werk des Luxemburger Künstlers Bert Theis (1952-2016) gewidmet ist. Weiterhin eröffnet sie den Besuchern Einblicke in weniger bekannte Aspekte seines Schaffens, etwa seine Collagen und die Werke, in denen er sich der kritischen Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, der Gesellschaft und dem Status des Bildes widmete, weiterhin seine Performances und auch einen Teil seiner text works.

Die Arbeit des luxemburgischen Künstlers Bert Theis lässt sich als andauernder Versuch beschreiben, Situationen zu schaffen, die es dem Betrachter ermöglichen, seine Gegenwart und seinen Platz in der ihn umgebenden Welt zu spüren und zu denken. Seine Werke, die er bewusst als „philosophisch“ bezeichnete, entwickelte er stets mit Blick auf den Kontext, in dem sie präsentiert werden sollten, und im Einklang mit seinem politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Engagement. Von subtiler Ästhetik, regen sie gleich gleichermaßen zum Dialog wie zur Introspektion an. Für Theis war Kunst ein Werkzeug der Emanzipation und Humor eine Waffe des Denkens und der Künstler ein kritisches und verantwortliches soziales Wesen.

Angesichts der „ikonogra schen Verschmutzung“ der von Konsumzwang und Massenmedien geprägten „Gesellschaft des Spektakels“ beschloss er schon früh, die Malerei aufzugeben, und begann Mitte der 1990er-Jahre, „Plattformen“ und „Pavillons“ zu schaffen, die die Individuen, die sie nutzen, – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – sichtbar machen und erheben.

Sein Interesse für historische, gesellschaftliche und urbane Kontexte brachte ihm mehrere Aufträge für den öffentlichen Raum ein. 2001 war er außerdem an der Gründung des Isola Art Center im Mailänder Arbeiterviertel Isola beteiligt, wo er seit 1993 lebte, und nutzte diese kollektive Plattform von und für Künstler, Architekten, Philosophen und Bürger als Ausgangspunkt für die Errichtung einer „konkreten Utopie“ mit künstlerischen Mitteln. Seit seinem Tod im Oktober 2016 füllen Bürger, Arbeiter, Intellektuelle und eine Generation junger Künstler seine Ideale mit dem Gemeinschaftsgarten Isola Pepe Verde und in der Kooperative RiMa ow mit Leben.

Die Ausstellung setzt sich in dem Projekt Arcipelago Bert Theis fort, das Ausstellungen und Veranstaltungen in ganz Luxemburg und über die Landesgrenzen hinaus umfasst und in Zusammenarbeit mit folgenden Kulturpartnern entwickelt wurde: 2001 architecture, Cercle Cité, tadtgemeinschaft Straßburg, Fonds Belval, Fonds Kirchberg, LUCA Luxembourg Center for Architecture, Musée national d’histoire et d’art Luxembourg, Rotondes, Université du Luxembourg – Master in Architecture, Stadt Luxemburg.


Öffnungszeiten:
Mittwoch - Freitag: 11:00 - 20:00 Uhr
Samstag - Montag (Feiertage): 11:00 - 18:00 Uhr
Dienstag sowie am 25.12. : geschlossen 

Weitere Informationen direkt unter: mudam.lu

Bert Theis From Fight Specific Isola to Isola Utopia, 2015 (détail) Photomontage de 6 photos Collection Mariette Schiltz
30.03. - 25.08.2019

Bert Theis: Building Philosophy – Cultivating Utopia

Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

3, Park Dräi Eechelen
L-1499 Luxembourg-Kirchberg