Das museum FLUXUS+ präsentiert anlässlich des 85. Geburtstages des 2016 verstorbenen Musikers, Künstlers und Performers Benjamin Patterson eine Sonderschau in der ständigen Ausstellung. Der Künstler begleitete die Gründung des Museums im Jahr 2008 aktiv und führte als Einweihungsritual, zusammen mit der Künstlerin Ann Noël, „The Emmett Williams Marching Band“, 50 als „little men“ gekleidete Schüler_innen, in die Räume des Museums.

Der US-amerikanische Musiker und Künstler gehört zu den wichtigsten Figuren der Entstehung der Fluxus-Bewegung in Deutschland. Als Kontrabassist des Orchesters der US- amerikanischen Streitkräfte 1957 in Stuttgart stationiert, beteiligte er sich an der Szene für Neue Musik in ganz Europa. Nach kurzem Aufenthalt in Kanada zog es ihn bald zurück nach Europa. Er veröffentlichte wissenschaftliche Artikel zur Theorie Neuer Musik, pendelte zwischen Köln und Paris und knüpfte Kontakte zu Musikern und bildenden Künstlern. Erste Event-Scores entstanden in Paris im Umkreis der Nouveau Réalistes. Mit Wolf Vostell, Nam June Paik und weiteren aus den USA kommenden Künstler_innen bekannt, war er Mitorganisator der Internationalen Festspiele Neuester Musik in Wiesbaden. Ab 1965 pausierte Patterson, mit seinen künstlerischen Aktivitäten und zog nach New York. Er gründete ein Label für Experimentelle Musik, arbeitete als Bibliothekar, Kulturpolitiker und Menschenrechtler. Zwar war er als Künstler in dieser Zeit zurückhaltend, kehrte jedoch Anfang der 1980er Jahre mit Beteiligungen und Einzelausstellungen in den Kunstbetrieb zurück.

Der Titel der Ausstellung steht für die wechselhafte Geschichte seiner künstlerischen Karriere. Die Ausstellung mit circa 30 Arbeiten aus allen Phasen lädt dazu ein, Pattersons Kunst durch aktives Mitmachen kennen zu lernen und die psychologischen wie politischen Hintergründe seiner humorvoll-spielerischen Performances zu verstehen. Der Rundgang beginnt mit einem Beitrag der US-amerikanischen Künstlerin Cloë Bass. Pattersons Werk umfasst musikalische Partituren Neuer Musik und Performances, aber auch Assemblagen und Environments. Die vordergründig humorvollen bis trashigen Assemblagen seines Spät- werkes sind ebenso charakteristisch wie die minimalistisch-konzeptuellen Partituren der frühen Phase. Im Filmraum werden Performance-Dokumentationen gezeigt. Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist die Arbeit „Flying Bass“ aus der Sammlung des Italieners Francesco Conz.

Eingangsbereich zur Sammlung, © museum FLUXUS+
06.04. - 27.10.2019

BEN PATTERSON ... do not be afraid of long silences!

museum FLUXUS+

Schiffbauergasse 4f
14467 Potsdam