Die Gruppenausstellung Von Ferne. Bilder zur DDR zeigt fotografische Bilder aus der und über die DDR. Zu sehen sind Arbeiten, für die sich Künstler*innen fremde wie auch eigene Bilder (erneut) aneignen und für eine Neubetrachtung öffnen. Manche Arbeiten gehen über die Aneignung auf visueller Ebene hinaus, verschränken in medienübergreifenden Ansätzen Bild und Text, verwenden das eine als Gegenstück des anderen und umgekehrt.

Mit den verschiedenen Strategien des Sichtbarmachens angeeigneter Bilder werden ganz unterschiedliche Themen berührt: sei es der Blick auf die eigene Biografie und oftmals auf das (damit verknüpfte) eigene fotografische Werk; sei es der Umgang mit gesuchten und gefundenen Bildern, so etwa Echt-Foto-Postkarten, Fotografien aus dem Stasi-Unterlagen- Archiv, aus privaten Archiven und aus Publikationen aus der DDR (bspw. Bücher, Werbekataloge, Zeitungen). Bilder werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst; sie werden erweitert, rekonfiguriert, in andere ästhetische wie inhaltliche Kontexte übersetzt und letztlich zur Interpretation freigestellt. So eröffnen sie Fragen nach den Räumen, in denen sie einst standen und nach ihrem Erkenntniswert: Wovon erzählen die Bilder? Geben sie Antworten? Falls ja: auf welche Fragen?

Im Umgang mit dem visuellen Nachlass der DDR wollen nicht nur Spuren von Wirklichkeit aufgezeigt werden, die einer vergangenen Zeit entstammen: In der Ausstellung geht es weniger um die Produktion von Bildern und ihr Potenzial, Ausschnitte aus Raum und Zeit zu fixieren, als vielmehr um verborgene Wissensvorräte und um ihre Vieldeutigkeit. Der spezifische Kontext und der Zeitpunkt, zu dem die Fotografien entstanden sind, sind sichtbar, doch es stellt sich vor allem die Frage nach dem weiteren Umgang mit ihnen und den weiteren Bedeutungsebenen, die in sie hineingetragen wurden und werden.

Die Ausstellung zeigt 18 künstlerische Positionen aus den Jahren 1981 bis 2019; Filme, Lesungen und Performances ergänzen als temporäre Projekte die Schau. Begleitend erscheint ein zweisprachiger Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, herausgegeben von Michael Buhrs und Sabine Schmid mit Texten von Annett Gröschner, Vanessa Joan Mülller, Sabine Schmid und Christoph Tannert sowie mit Text- und Bildbeiträgen der Künstler*innen.

Mit Arbeiten von Tina Bara, Sven Johne, Jens Klein, Jürgen Kuttner, Christian Lange, Emanuel Mathias, Katrin Mayer, Simon Menner, Einar Schleef, Christine Schlegel, Joachim Schmid, Erasmus Schröter, Maya Schweizer, Seiichi Furuya, Gabriele Stötzer, Paul Alexander Stolle, Tamami Iinuma, Elisabeth Tonnard, Andreas Trogisch, Joerg Waehner und Ulrich .


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: villastuck.de