Die Frage, wie nach der Jahrhundertwende die ersten farbgetreuen, nicht kolorierten Postkarten Ulms entstanden sind, führte zur Wiederentdeckung des Stuttgarter Hoffotografen Hans Hildenbrand (1870 - 1957). Der Farbfotograf von internationalem Ruf hatte sich als einer der ersten mit dem 1907 eingeführten „Autochrom“-Verfahren der Gebrüder Lumière beschäftigt. Mit den „Lumière-Platten“ konnten Profis und engagierte Amateure - lange vor den modernen Kodak und Agfa- Farbfilmen - Farb-Dias herstellen, die sich z.B. als Postkarte in großer Auflage reproduzieren ließen.

Hildenbrands Foto-Reisen hatten ihn bis auf den Balkan und nach Palästina geführt. Im ersten Weltkrieg wurde er als Berichterstatter sogar an die Westfront geschickt, um farbige Bilder anzufertigen. Doch Motive aus dem alpenländischen Raum und farbenfrohe Trachten hatten es ihm besonders angetan.

Für das in Nordamerika weit verbreitete Magazin „National Geographic“lieferteHildenbrand Farbbilder. Sie vermittelten ein pittoreskes Europa-Bild mit alpenländischen Motiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie deutscher Romantik a là Rothenburg.

Eine Gruppe Foto-Begeisterter um den Stuttgarter Fotohistoriker Dr. Rolf Krauss hat in den vergangenen zehn Jahren das Werk Hildenbrands wiederentdeckt. Im Stadthaus wird das Werk dieses Pioniers der Farbfotografie nun wieder lebendig, der aus seinem Atelier in die Welt hinauszog, die erstmals in den richtigen Farben abgebildet werden konnte.

Hans Hildenbrand Ulmer Münster 1909/10 Quelle: National Geographic Archive
31.03. - 26.05.2019

Es wird bunt! Hans Hildenbrand und die ersten Farbfotos von Ulm

Stadthaus Ulm

Münsterplatz 50
89073 Ulm