Die Ausstellung zeigt graphische Werke, die über mehrteilige Serien fiktive Narrationen innerhalb von und zwischen Einzelbildern entwickeln. An Bildprinzipien und Formen von Graphic Novels angelegt, stehen die Arbeiten der drei Künstler*innen für Bildbegriffe und -formen, die zwischen Kunst und Comic oszillieren. Die Bildreihen zeichnen sich nicht durch lineare Erzählungen aus, vielmehr steht die Produktion fragmentierter Realitätsbefragungen im Zentrum des Interesses. Das den Bildern immanente Formen- und Themenvokabular entspringt der Kunstgeschichte ebenso wie es auf globale Massenkulturen verweist. Vielfach folgen die Ursprünge der Bilder und ihrer Produktion subkulturellen Zusammenhängen, die zunächst andere Distributionsformate und andere Adressaten für Bilder suchten als den klassischen Kunstkontext. Hybride Formen von Zeichnung und Druckgrafik, Künstlerbücher sowie Fanzines zielten auch darauf ab, eine Parallelökonomie zu finden, die eine Unabhängigkeit von tradierten Kunstmarktstrukturen ermöglicht.

Georg Barber alias Atak (geb. in 1967 in Frankfurt (Oder), lebt und arbeitet in Berlin) ist Professor an der Burg Giebichenstein in Halle. Seit mehr als 25 Jahren prägt er die aus der Ost-Berliner Gegenkultur hervorgegangene Szene von Zeichner*innen, die an der Schnittstelle von Hochkultur, Populärkunst und Illustration, zwischen Comic und Malerei bzw. Zeichnung arbeiten. Signifikant ist seine Auseinandersetzung mit Zeit- und Kunstgeschichte über seine spezifische Bildproduktion. Das schöne Leben, das schräge Leben und der Wunsch nach Lebensfreiräumen bestimmen seine Bilder ebenso wie er abstruse Geschichtsbilder thematisiert, die Krieg und Gewalt in Form von Spiel(zeugen) und vermeintlich harmlos-dekorativen Alltagsobjekten in Kinderzimmern und Menschheitsköpfen zu Normalität zu verhelfen scheinen.

Blexbolex (geb. 1966 in Douai, Frankreich) lebt und arbeitet in Leipzig. In seiner Heimat gilt er als einer der wesentlichsten Zeichner der zeitgenössischen Kunstszene, der das Medium des Künstlerbuches in der Gegenwart aufleben lässt. Seine Bildserien entwerfen eine oft dystopische Zukunft in der die Menschheit lust- und stilvoll, geschichtsbeladen und gleichermaßen geschichtsvergessen Reisen ins Bilderland des menschlichen (Unter-)Bewussteins und der Kulturgesichte unternehmen.

Die oftmals mit Kohle gezeichneten Bilder von Anke Feuchtenberger (ver)führen Betrachter*innen in vertraut-fremde Welten. Mit Fantasie, Hintergründigkeit und der Kunstgeschichte im Kopf entwirft die Künstlerin keine Fantasiewelten, sondern leitet Handlungen und Handlungsräume von abstrahierten Alltagswirklichkeiten ab. Vielfach spiegeln und hinterfragen die Bilder hierbei Lebenswirklichkeiten von Frauen. Anke Feuchtenberger (geb. 1963 in Ost-Berlin) lebt maßgeblich in Vorpommern und arbeitet als Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag (Feiertage): 11:00 - 17:00 Uhr
Montag: geschlossen
Ostermontag und Pfingstmontag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: blmk.de

ATAK, S. 13 (Audubon malend), 2015, Mischtechnik auf Papier, Aus: Martha, 2016, Aladin Verlag Hamburg, © Künstler
14.04. - 02.06.2019

Aus dem Rahmen fallen…

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst - Packhof

Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11
15230 Frankfurt (Oder)