Howard Smith (*1943 in Chicago, Illinois) hat sich seit über 50 Jahren der Malerei verschrieben. Das erklärte Ziel des in New York lebenden Künstlers ist es, „eine Kunst zu schaffen, die lebendig ist und atmet, die instinktiv ist und dennoch einen Sinn für das Unbeschreibliche hat“. 

Smiths Malerei geht den Beziehungen nach, die sich zwischen Farbe und Bildträger, sowie dem Einzelbild und dem Raum entwickeln. Es geht ihm darum, den Raum zwischen der Kunst und dem Betrachter zu aktivieren. Diese Herangehensweise ist mit dem Radical Painting der späten 70er/frühen 80er Jahre verbunden, einer zeitgleich in New York und Köln entstandenen Bewegung. 

Der besondere Ansatz von Howard Smith stellt etablierte Konventionen in Frage – wie zum Beispiel die maximale oder minimale Bildgröße. So entstehen sowohl sehr große als auch erstaunlich kleine Formate, die zu wandfüllenden Installationen zusammengesetzt werden: Wie jeder einzelne Pinselstrich im Verhältnis zur Bildfläche steht, findet auch jedes Einzelbild seinen Platz in der Gruppe. Dennoch bleibt selbst das winzigste Miniaturbild eine Persönlichkeit mit einem eigenen Charakter. 

Die Aufsplitterung der Fläche in ein Raster oder Gewimmel von Strichen oder Punkten verdeutlicht den additiven Akt des Malens als eine fast schon meditative Verbildlichung der Zeit. Ordnung und Chaos, Kontrolle und Zufall, Ratio und Emotion stehen in einem Spannungsverhältnis. Genau dieser Schwebezustand beschreibt das eigentliche Ziel von Smiths Malerei: „Ich möchte ein Gefühl für das Magische vermitteln, indem es einem Bild gelingt, über seine grundlegende Körperlichkeit hinauszugehen und in einen anderen Bereich vorzudringen.“ 

Im Anschluss an die Laufzeit im Kunstmuseum Villa Zanders wandert die Ausstellung ins Kunstmuseum Appenzell in der Schweiz. 

Katalog Ergänzend zu der 2016 erschienenen Publikation “Howard Smith” mit einem ausführlichen Textbeitrag von Petra Oelschlägel, ist zum Sommer 2019 ein ebenfalls zweisprachiger, umfassender Werkkatalog geplant, in den auch Ansichten aus dieser Ausstellung aufgenommen werden. 

Quasigrid #29, 2013, Öl auf Leinwand, 20,3 × 25,4 cm
17.05. - 25.08.2019

Howard Smith: No End in Sight

Kunstmuseum Villa Zanders

Konrad-Adenauer-Platz 8
51465 Bergisch Gladbach