In Aachen hat Ludwig Mies van der Rohe früheste bauliche Spuren hinterlassen. 1905 arbeitete er für den Architekten Albert Schneiders an dem sozialistischenVolkshaus „Zur Neuen Welt“. Die Ausstellungsreihe „Mies im Westen“ geht mitder Präsentation im Neuen Aachener Kunstverein von 12. Mai bis 16. Juni 2019 den weniger bekannten Projekten Mies van der Rohes in Aachen nach. Die Reihe ist eine Koproduktion des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW, der TH Köln, der TH Mittelhessen und der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Neben Aachen gibt es außerdem Ausstellungen in Krefeld und Essen.

Für seine Heimatstadt entwarf Mies 1968 auch sein letztes Projekt, die nicht realisierte Firmenzentrale für die VEGLA Vereinigten Glaswerke. In der Aachener Teilausstellung wird daher der Lebensweg des Architekten deutlich, der sich vom katholischen Handwerkersohn aus dem Rheinland über Stationen in Berlin und Chicago zu einem der bekanntesten Baumeister des 20. Jahrhunderts entwickelte.

Weltbekannt ist er durch seine Bauten wie die Neue Nationalgalerie (Berlin), das Illinois Institute of Technology (Chicago) oder das Seagram Building (New York). Zugleich ziehen sich aber die Verbundenheit mit seiner Heimat Aachen und seine Arbeit in NRW wie ein roter Faden durch sein Lebenswerk.

Architekturstudentinnen und -studenten der TH Köln, TH Mittelhessen und der Alanus Hochschule haben mit Prof. Dr. Daniel Lohmann und Prof. Norbert Hanenberg drei Ausstellungen entwickelt – vom Konzept über die Inhalte bis hin zur Ausstellungsarchitektur. Im Außenraum ergänzen zwei Interventionen die Ausstellung und setzen sich auf kluge wie spielerische Weise mit Mies van der Rohe auseinander. Ein wichtiges Element des Projekts ist auch die Kommunikation von Architektur: die Auseinandersetzung der Studierenden mit Mies van der Rohe und die Vermittlung der Inhalte sowie der eigenen Arbeit in unterschiedlichen Medien.