Der Titel „1919 – 2019: Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter“ verrät es bereits: Ein ganzes Jahrhundert geometrisch abstrakte Kunst umspannt die neue Sammlungspräsentation. Die Ausstellung zeigt mit rund 70 Werken einen Überblick über die Entwicklung der geometrischen Abstraktion von 1919 bis heute. Zu sehen sind vorrangig Gemälde, ergänzt um Beispiele der Bildhauerei und Objektkunst. Parallel dazu widmet das Museum Ritter Hans Jörg Glattfelder anlässlich seines 80. Geburtstags eine repräsentative Werkschau. Der Schweizer ist einer der wichtigsten konkreten Künstler der Gegenwart. Anhand von Gemälden und Papierarbeiten aus rund 50 Schaffensjahren stellt die Schau seine künstlerische Laufbahn vor.

Eröffnet wird der chronologisch aufgebaute Rundgang durch die neue Sammlungspräsentation von Bildern und Collagen der historischen Avantgarden: Mit ihrer auf reinen Farben und Formen basierenden Bildsprache strebten die Künstler von De Stijl, des Bauhauses wie auch der Konstruktivisten danach, eine bessere Welt für eine neue Gesellschaft zu gestalten. Aus den Sechzigerjahren sind mit Josef Albers und Johannes Itten zwei herausragende Künstler in der Ausstellung vertreten, die sich kontinuierlich mit der Wirkung von Farbe auseinandersetzten. Sachlichkeit und Präzision kennzeichnen die Kunst der Zürcher Konkreten wie auch die Hard Edge-Malerei. Während die Bilder von Camille Graeser nach logischen Formverhältnissen aufgebaut sind, erzeugen die kontrastierenden Farbflächen von Günther C. Kirchberger eine signalhafte Wirkung. Eine Auswahl aktueller Gegenwartskunst zeigt, dass jedes erdenkliche Material der ästhetischen Verfremdung dienen kann: So spürt Henrik Eiben den sinnlichen Qualitäten von Edelstahl, Lack und Leder nach und verwandelt diese Stoffe in ein monumentales Faltobjekt. Andere Arbeiten zeigen wiederum, dass auch die Gestaltungsideen der Avantgarden Ausgangspunkt für originelle Bildlösungen sein können.

Ausstellungsbeteiligte (Auswahl):
Josef Albers, Max Bill, Alighiero Boetti, Geneviève Claisse, Henrik Eiben, Otto Freundlich, Jean Gorin, Camille Graeser, Auguste Herbin, Hannah Höch, Johannes Itten, Rudolf Jahns, Günther C. Kirchberger, Ivan Kljun, Jim Lambie, Christiane Reiter, Karl Peter Röhl, Stephanie Senge, Anton Stankowski, Manuela Tirler, Andor Weininger

Henrik Eiben, Lush Life, 2015 © Henrik Eiben, Foto: Ulrich Ghezzi
26.05. - 15.09.2019

1919 – 2019: Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter

Museum Ritter

Alfred-Ritter-Straße 27
71111 Waldenbuch