Dank der Zusammenkunft der Sammlung Hermann Gerlinger mit den Beständen des Buchheim Museums kann hier eine große Ausstellung mit Gemälden der Künstler der »Brücke« geboten werden. Mit ausgestellt sind auch zwei Gemälde von Heckel und Kirchner, welche ein privater Leihgeber zur Verfügung stellte, sowie ein großes Gemälde Pechsteins, welches das Kunstmuseum Zwickau dem Buchheim Museum als

längerfristige Leihgabe anvertraute. Die Präsentation umfasst Werke aus den Jahren 1902 bis 1974 und repräsentiert damit die Lebenswerke aller »Brücke«-Künstler umfassend. Diese neue Bestandsausstellung wird mehr als ein Jahr lang im Expressionistensaal zu genießen sein. Sie stellt die Essenz der im Buchheim Museum beheimateten »Brücke«-Bestände dar.

»Brücke«Gründung
»Brücke« ist eine am 7. Juni 1905 in Dresden von den vier Architekturstudenten Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl gegründete Künstlergruppe. In dem von Kirchner verfassten »Brücke«-Programm heißt es: »Mit dem Glauben an Entwicklung, an eine neue Generation der Schaffenden wie der Genießenden rufen wir alle Jugend zusammen. Und als Jugend, die die Zukunft trägt, wollen wir uns Arm- und Lebensfreiheit verschaffen gegenüber den wohlangesessenen, älteren Kräften. Jeder gehört zu uns, der unmittelbar und unverfälscht wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt.« Das Selbstverständnis als Wegbereiter einer neuen Zeit ist auch in dem von Schmidt-Rottluff vorgeschlagenen Namen »Brücke« ablesbar. Wahrscheinlich ist eine Anregung durch Friedrich Nietzsches »Also sprach Zarathustra«, in dem es heißt: »Ihr seid nur Brücken: Mögen Höhere auf euch hinüber schreiten!« In ihrer Zielsetzung einer Rückkehr zu Unmittelbarkeit zeigen sich die »Brücke«-Künstler beeinflusst von der Reformbewegung.

Aufstieg
Ab 1906 werden Passivmitglieder geworben, die gegen einen Mitgliedsbeitrag eine Jahresmappe mit Originalgrafiken erhalten. Darunter sind der Hamburger Jurist und Sammler Gustav Schiefler sowie die Hamburger Kunsthistorikerin Dr. Rosa Schapire, die beide erheblich zur Bekanntheit der »Brücke« beitragen. In dieser Zeit tritt Max Pechstein der Gruppe bei, ebenso wie Emil Nolde, der sie jedoch 1907 wieder verlässt, und der Schweizer Cuno Amiet. Überdies kommen 1907 kurzzeitig der Finne Akseli Gallen-Kallela und 1909 der Niederländer Kees van Dongen als aktive Mitglieder hinzu.

Höhepunkt
1910 widmen sich die Gruppenmitglieder bei einem gemeinsamen Malaufenthalt an den Moritzburger Teichen dem Thema Akt in Landschaft. Modell und Inbegriff unschuldiger Erotik ist ihnen die erst neunjährige Lina Franziska Fehrmann, genannt Fränzi. Der Gruppenstil findet hier seinen Höhepunkt. Merkmale sind eine intensive und kontrastreiche Farbverwendung und eine formale Reduzierung. Zu ihren bevorzugten Motiven zählt der Mensch in der Natur. Ebenfalls 1910 findet in der Dresdner Galerie Arnold eine Gruppenausstellung statt, die als Durchbruch angesehen werden kann. In dieser Zeit werden Pechsteins Bilder von der Berliner Secession abgelehnt. Daraufhin wird unter seiner Leitung die Neue Secession gegründet, der auch die übrigen »Brücke«-Mitglieder beitreten. Die damit einhergehende Protestausstellung wird vernichtend kritisiert. In der Folge tritt Otto Mueller als letztes Mitglied der Gruppe bei.

Umzug
Ende 1911 ziehen alle »Brücke«-Künstler nach Berlin. Das Leben in der Großstadt und der Kontakt mit Kubismus und Futurismus beeinflussen Stil und Motivwahl. Malaufenthalte auf der Ostseeinsel Fehmarn ersetzen die Ausflüge an die Moritzburger Teiche. Die Gruppe knüpft Kontakt mit dem Galeristen und Verleger Herwarth Walden, in dessen Zeitschrift »Der Sturm« sie publiziert. 1912 ist sie in der Galerie Goltz in München in der zweiten Ausstellung des »Blauen Reiters« vertreten, der dort ein Jahr zuvor gegründet worden ist. Sie beteiligen sich an der bedeutenden Sonderbundausstellung in Köln.

Auflösung
Kurz darauf wird Pechstein als »Verräter« aus der »Brücke« ausgeschlossen, da er ohne Wissen der anderen in der Berliner Secession ausgestellt hat. Dies wird als Vertrauensbruch gewertet. Die Jahresmappe 1912 mit einem Umschlagentwurf von Mueller sollte Arbeiten Pechsteins enthalten. Sie wird nie veröffentlicht. Bald darauf verfasst Kirchner eine »Brücke«-Chronik, in der er seinen Einfluss auf die Gruppe als maßgeblich hervorhebt. Die anderen Mitglieder fühlen sich brüskiert. Kirchner empfindet diese Ablehnung als Undankbarkeit. Im Mai 1913 wird die Auflösung der »Brücke« beschlossen. Die Chronik, die zum Ende der Gemeinschaft beigetragen hat, wird von Kirchner einige Jahre später veröffentlicht. Die Künstlergruppe »Brücke« gilt als Ursprung des deutschen Expressionismus und somit als Initial der Moderne in Deutschland.

Karl Schmidt-Rottluff
Karl Schmidt-Rottluff, eigentlich Karl Schmidt, wird am 1. Dezember 1884 in Rottluff als Sohn eines Mühlenbesitzers geboren. Auf dem Gymnasium in Chemnitz lernt er Erich Heckel kennen, beim Studium der Architektur in Dresden Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl. Die vier Kommilitonen gründen 1905 die Künstlergemeinschaft »Brücke«. 1906 gibt Schmidt- Rottluff sein Architekturstudium auf. Von 1907 bis 1912 hält er sich regelmäßig im Sommer in Dangast an der Nordsee auf, zuweilen begleitet von Heckel. Der Umzug 1911 nach Berlin bringt ihm Anregungen für seine Kunst aus Kubismus und Futurismus. Von 1915 bis 1918 ist er als Bausoldat im Ersten Weltkrieg in Litauen und Russland im Einsatz. Dort entsteht ein Zyklus religiöser Holzschnitte. 1919 heiratet Schmidt-Rottluff Emy Frisch. Bis in die frühen Dreißigerjahre verbringt er den Sommer an der Ostsee, wo leuchtende Landschaftsbilder entstehen. 1936 erhält er als »entarteter« Künstler Ausstellungs- und 1941 Malverbot. Der Gemäldeverbrennung 1939 fallen mehrere seiner Werke zum Opfer. Seine Rehabilitation als Künstler erfolgt 1947, als er als Professor an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin berufen wird. Karl Schmidt-Rottluff stirbt am 10. August 1976 im Alter von 92 Jahren in Berlin.

Erich Heckel
Erich Heckel wird am 31. Juli 1883 in Döbeln geboren. Sein Vater ist Eisenbahningenieur. Bereits seit 1901 ist er mit Karl Schmidt(-Rottluff) befreundet. Nach dem Abitur beginnt er ein Architekturstudium in Dresden. Zusammen mit Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl gründet er 1905 die Künstlergruppe »Brücke«. Er bricht sein Architekturstudium ab. Ein leerstehender Laden in der Dresdner Friedrichstadt wird zum ersten gemeinsamen Atelier. Bis 1911 folgen sommerliche Malaufenthalte mit Schmidt- Rottluff in Dangast an der Nordsee und mit Kirchner an den Moritzburger Teichen bei Dresden. 1910 lernt Heckel die Tänzerin Siddi Riha, seine spätere Frau, kennen. Sie ziehen 1911 nach Berlin. 1913 kommt es wegen interner Spannungen zur Auflösung der »Brücke«. Im Ersten Weltkrieg ist Heckel als Sanitätssoldat in Flandern im Einsatz. Nach dem Krieg kehrt er nach Berlin zurück und kauft 1919 ein kleines Bauernhaus in Osterholz an der Flensburger Förde. Ab 1937 erhält Heckel als »entarteter« Künstler Ausstellungsverbot. Nach einem Bombenangriff auf sein Atelier kommt Heckel 1944 in Hemmenhofen am Bodensee unter, wo er bis zu seinem Lebensende bleibt. Von 1949 bis 1955 erhält er einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Er stirbt im Januar 1970 in Radolfzell am Bodensee.

Ernst Ludwig Kirchner
Ernst Ludwig Kirchner wird am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg geboren. Sein Vater ist Papierchemiker. Nach dem Abitur 1901 beginnt er ein Architekturstudium in Dresden, das er 1905 abschließt. Im selben Jahr gründet er zusammen mit Erich Heckel, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff die Künstlergruppe »Brücke«. In den Jahren 1907 bis 1911 folgen künstlerisch produktive Sommeraufenthalte auf Fehmarn und an den Moritzburger Teichen. 1911 zieht Kirchner nach Berlin, wo Straßenszenen Einzug in sein Werk halten. 1912 lernt Kirchner seine Lebensgefährtin Erna Schilling kennen. 1913 kommt es zur Auflösung der »Brücke«. 1914 meldet sich Kirchner freiwillig zum Kriegsdienst, wird aber nach kurzer Zeit wegen eines Nervenzusammenbruchs wieder entlassen. Er gerät in eine Medikamentenabhängigkeit und hält sich mehrfach in Sanatorien auf. 1917 zieht Kirchner in die Schweiz, in die Nähe von Davos. Ab 1921 ist er vorübergehend von den Medikamenten entwöhnt. In den Zwanzigerjahren erreicht er höchste Anerkennung. 1937 werden seine Werke als »entartete« Kunst diffamiert und beschlagnahmt. Kirchner, seit 1932 wieder morphiumsüchtig, ist darüber tief enttäuscht. Er nimmt sich am 15. Juni 1938 das Leben.

»Brücke« nach »Brücke«
Nach dem Ende der »Brücke« bleiben die Künstler zunächst dem gemeinsam erarbeiteten Stil treu. Doch bald trennen sich ihre Wege. Alle »Brücke«-Künstler überleben den Ersten Weltkrieg. Das traumatisierende Großereignis verändert ihrer aller Leben und Werk.

1914-1933
Kirchner bricht unter dem Druck der militärischen Grundausbildung zusammen. Seine schwere existenzielle Krise ist von Alkohol-, Nikotin- und Medikamentenmissbrauch gezeichnet. 1917 reist er nach einigen Sanatoriumsaufenthalten nach Davos, wo er sich später endgültig niederlässt. Dort findet er vorübergehend zu Gesundheit und Schaffenskraft zurück. Die Alpenlandschaft, ihre oft spektakulären Lichtsituationen sowie die Bergbevölkerung bieten ihm neue Anregungen.

Erich Heckel wird ab Frühjahr 1915 als Sanitätssoldat in Flandern eingesetzt. Walter Kaesbach, ein vor dem Krieg an der Nationalgalerie Berlin tätiger Kunsthistoriker, ist sein Vorgesetzter. Kaesbach gestaltet den Dienstplan so, dass die Künstler seiner Truppe Zeit für ihr Schaffen haben. Landschaften und Kriegskameraden sind Heckels Hauptmotive. In den Jahren nach dem Krieg unternimmt er ausgedehnte Malreisen durch Deutschland und andere Länder.

In Karl Schmidt-Rottluffs Werk sind keine direkten Bezüge zum Krieg zu erkennen, den er in Osteuropa als Bausoldat durchlebte. Er konzentriert sich auf religiöse Motive und Landschaftsdarstellung. Ab 1920 wählt er das abgeschiedene Fischerdorf Jershöft an der Ostseeküste in Hinterpommern als neues Sommerdomizil. Sinnbildhafte Verknappung und gesteigertes Kolorit bleiben für sein Werk bestimmend.

Hermann Max Pechstein wird auf den Palauinseln vom Kriegsbeginn überrascht. Diese Südseereise soll ihn noch lange Zeit motivisch beschäftigen. Auf Umwegen gelangt er im August 1915 nach Deutschland. Nach militärischer Ausbildung in Zwickau erlebt er den Stellungskrieg an der Westfront, bevor er in Berlin als Zeichner bei der Luftwaffe dient. Danach folgen wieder Malaufenthalte an der Ostsee. Er kehrt zu einer an Gauguin und van Gogh orientierten Malerei zurück.

Nolde reist 1913 mit einer Expedition über Russland und Fernost bis nach Neuguinea. Auch ihn zwingt der Erste Weltkrieg zurück nach Deutschland. Nach Rückkehr verarbeitet er die Südsee-Impressionen künstlerisch.

Otto Mueller leistet an der West- und an der Ostfront Dienst. 1919 erreicht ihn die Berufung an die Staatliche Akademie für Kunst in Breslau. Dort bleibt er sich selbst und seinem Werk treu. Akte in der Landschaft sind sein bevorzugtes Thema.

1933 – 1945
Während des Machtübergangs an die Nationalsozialisten hegen einige »Brücke«-Künstler die Hoffnung, als Vertreter einer neuen deutschen Kunst nun zur Geltung zu kommen. Bald werden sie jedoch ausnahmslos diffamiert. Bei der Hetzschau »Entartete Kunst« in den Hofgartenarkaden in München 1937 sind sie alle vertreten. Der in der Schweiz lebende Kirchner leidet unter der Angst vor einem deutschen Einmarsch. Am 15. Juni 1938 erschießt er sich. Die in Deutschland ausharrenden Künstler verlieren während des Zweiten Weltkrieges ihre Wohnungen. Viele Werke werden vernichtet oder ins Ausland verkauft.

1945 – 1976
Der Wiederanfang nach dem Zweiten Weltkrieg ist für die vier überlebenden Künstler Heckel, Schmidt-Rottluff, Pechstein und Nolde nicht leicht. Die wirtschaftliche Situation ist erdrückend. Die Kunstkritik diskreditiert ihren gegenständlichen Expressionismus als rückständig. Schließlich bekommen Heckel in Karlsruhe und Pechstein sowie Schmidt- Rottluff in Berlin Professuren. Mit einer Reihe von »Brücke«-Ausstellungen setzt eine gewisse Rehabilitierung der verfemten Künstler ein. Letztlich ist es auch passionierten Sammlern wie Lothar-Günther Buchheim und Hermann Gerlinger zu verdanken, dass die »Brücke«-Künstler heute wieder unangefochten als Pioniere der Moderne in Deutschland anerkannt werden.

Heckel und Schmidt-Rottluf bleibt noch Zeit, ein ausgeprägtes Spätwerk zu entfalten. Während Heckel mit seinen Stillleben, Landschaftsdarstellungen und Porträts sich dem expressiven Realismus zuneigt, entwickelt Schmidt-Rottluff seinen kontrastreichen, ausdrucksstarken Stil fort.

Emil Nolde
Emil Nolde wird am 7. August 1867 als Hans Emil Hansen im Dorf Nolde im deutsch- dänischen Grenzgebiet geboren. 1884 beginnt er eine Lehre als Holzbildhauer und Zeichner in Flensburg und arbeitet anschließend in Möbelfabriken. Ab 1892 unterrichtet er als Fachlehrer für gewerbliches und ornamentales Entwurfszeichnen in St. Gallen. Nebenbei fertigt er Landschaftsaquarelle und Darstellungen der Bergbauern. Finanzielle Erfolge beim Verkauf seiner Bergpostkarten ermöglichen es ihm, freier Maler zu werden. Als er 1902 die junge dänische Schauspielerin Ada Vilstrup heiratet, nimmt er nach seinem Geburtsort den Namen Nolde an. 1906 bis 1907 ist er Mitglied der Künstlergruppe »Brücke«. 1909 entstehen erste religiöse Bilder, sein Hauptwerk »Das Leben Christi« folgt 1911/12. Nolde und seine Frau reisen 1913 mit einer Expedition über Russland und Fernost bis nach Neuguinea. Danach verarbeitet er die Südsee-Impressionen künstlerisch. Trotz Nähe zum Nationalsozialismus werden seine Werke als »entartet« deklariert und beschlagnahmt. Er erhält Mal- und Berufsverbot. In den Kriegsjahren malt er kleinformatige Aquarelle, die er seine »ungemalten Bilder« nennt. Emil Nolde stirbt am 13. April 1956 in seinem Haus in Seebüll.

Max Pechstein
Max Pechstein wird am 31. Dezember 1881 in Zwickau geboren. Sein Vater ist Appreturmeister. Pechstein macht eine Lehre bei einem Dekorationsmaler in Zwickau, dann ein Studium an der Kunstgewerbeschule, schließlich an der Kunstakademie in Dresden. 1906 wird er Mitglied der Künstlergruppe »Brücke«. 1908 zieht er nach Berlin und wird Mitglied der Berliner Secession. An den Moritzburger Teichen mit Kirchner und Heckel, später im Fischerort Nidden an der Kurischen Nehrung widmet er sich Landschaften und Akten. 1908 lernt er bei dem Bildhauer Georg Kolbe das Modell Lotte Kaprolat kennen, die später seine Frau wird. Seine Teilnahme an einer Ausstellung der Berliner Secession führt 1912 zu seinem Ausschluss aus der »Brücke«. 1913/14 reist Pechstein zu den Palauinseln in die Südsee. Er ist Soldat im Ersten Weltkrieg. 1923 wird er Professor an der Königlichen Akademie der Künste. Im selben Jahr trennt er sich von Lotte und heiratet erneut. 1933 verliert er als »entarteter« Künstler sein Lehramt und erhält Ausstellungsverbot. 1937 wird er aus der Akademie ausgeschlossen. 1945 wird Pechstein Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Er stirbt am 29. Juni 1955 in Berlin.

Otto Mueller
Otto Mueller wird am 16. Oktober 1874 im schlesischen Liebau als Sohn eines Leutnants geboren. Er verlässt das Gymnasium ohne Abschluss und absolviert auf Wunsch des Vaters eine Lithografenlehre in Görlitz. Anschließend studiert er von 1894 bis 1896 an der Kunstakademie in Dresden. Nach einem Studienaufenthalt an der Münchner Akademie kehrt er nach Dresden zurück. Dort lernt er seine zukünftige Frau Maschka kennen. 1908 zieht er nach Berlin. Er ist Gründungsmitglied der Neuen Secession. Von 1910 bis zu deren Auflösung 1913 bewegt er sich im Umfeld der Künstlergruppe »Brücke«. 1911 studiert er mit Heckel und Kirchner an der Ostsee und den Moritzburger Teichen den Menschen in der Natur. Während des Ersten Weltkrieges ist Mueller als Soldat in Frankreich und Russland im Einsatz, 1917 erkrankt er an einer Lungenentzündung. Von 1919 bis 1930 ist Otto Mueller Professor an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Er unternimmt ausgedehnte Reisen nach Süd- und Osteuropa, während derer er meist bei dort lebenden Roma weilt. Mueller stirbt am 24. September 1930 in Obernigk bei Breslau.