Seit 1995 wird der Europäische Architekturfotografie-Preis architekturbild alle zwei Jahre vergeben, 2019 damit bereits zum 13. Mal. Wie immer waren Fotografen aus aller Welt eingeladen, mit einer Viererserie ein vorgegebenes Thema sehr persönlich zu interpretieren.
Das Thema 2019 lautet »Joyful Architecture«. Die gängigen Erwartungen an Architektur, so formulierte es die Auslobung, lassen sich mit Begriffen wie Nutzbarkeit, städtebauliche Einbettung, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Ästhetik umreißen. Darüber, dass Architektur auch Freude bereiten, Spaß machen oder Wohlbefinden auslösen kann und darf, wird (zu) selten nachgedacht. Wir möchten Beispiele aufspüren, wie Architektur – ob subtil oder plakativ, ob für sich stehend oder im Dialog mit ihrer Umgebung, ob versteckt oder offensichtlich – die gebaute Umwelt und die, die sich in ihr bewegen, freudvoll mitgestaltet und erfreulich beeinflusst.

Von Beginn an zielte der Wettbewerb mit seinen besonderen Vorgaben darauf ab, eine künstlerisch- fotografische Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt zu fördern. Eine Serie von vier Bildern erlaubt das Erzählen von Geschichten, das vorgegebene Thema gibt die Richtung vor, doch es lässt immer auch viel Raum. Was als Initiative der db deutsche bauzeitung begann, wird seit 2003 vom damals gegründeten architekturbild e.v. mit großem ehrenamtlichen Einsatz fortgeführt. Der Verein betreut Wettbewerb, Wanderausstellung und Katalog. Das Jahr 2008 brachte die Partnerschaft mit demDeutschen Architekturmuseum (DAM), das in der Folge die Erstpräsentation der ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge übernahm und zum Ort der Preisvergabe wurde. 2016 kam als dritter Partner dieBundesstiftung Baukultur hinzu; die Ausstellung wird nun auch jeweils im Rahmen des Konvents für Baukultur in Potsdam gezeigt.

Die Kooperation mit dem DAM regelte die Übergabe des Wettbewerbsarchivs, das nun zur Sammlung der Frankfurter Institution zählt. Rund 330 Viererserien, das heißt mehr als 1300 Einzelfotografien, gehören mittlerweile zum Bestand. Sie alle belegen eindrucksvoll, dass Architekturfotografie sehr viel mehr sein kann als bloße Dokumentation, wie sie normalerweise von Fachredaktionen und Architekten gewünscht ist.

Bis heute kommt die überwiegende Zahl der Einreichungen aus dem deutschsprachigen Raum, hier hat der Preis seinen Ursprung. Am Wettbewerb 2019 nahmen Fotografen aus neun Ländern teil, darunter Japan, Kanada und Estland. 105 Bildserien wurden eingereicht, denen die Jury eine durchgängig hohe Qualität attestierte. 28 Bildserien wurden am Ende ausgezeichnet. Die Jury, wie immer berufsüber- greifend besetzt, stand 2019 unter dem Vorsitz von Reiner Nagel, dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesstiftung Baukultur. Neben der fotografischen Qualität berücksichtigte man vor allem den seriellen Zusammenhang der eingereichten Bilder, sowie die Kreativität im Umgang mit dem Thema, sei es experimentell, erzählerisch, dokumentarisch, streng oder auch überraschend interpretiert.

Der 1. Preis wurde dem Münchner Fotografen Dirk Härle zuerkannt.

Die zwei weiteren gleichwertigen Preise gingen an den Leipziger Fotografen Nikolas Fabian Kammerer und die Berliner Fotografen Alexander Mai und Mikula Platz (MAIPLATZ FOTOGRAFIE) für ihre Serie »CPH – Copenhagen’s Playground Heterogeneity«.

Auszeichnungen erhielten die Serien von Swen Bernitz, Victor S. Brigola, Walter Fogel, Rainer Friedl und Daniel Müller Jansen.

Anerkennungen gingen an Marlene Apmann und Anja Bohnhof, Anja Bäcker, Stefan Blume, Markus Dorfmüller, Petra Gerschner, Andy Heller, Sarah Hildebrand, Enver Hirsch und Philipp Meuser, Marie Hoffmann, Marie Luisa Jünger, Julien Lanoo, Johannes Marburg, Klaus Mellenthin, Oliver Mezger, Katrin Sandmann-Henkel, Sebastian Schlüter, Lukas Schramm, Thomas Spier, Andrea Vollmer und Michael Kuchinke-Hofer sowie Stefanie Zoche (Haubitz+Zoche).

ERSTER PREIS EAP 2019 © Dirk Härle
04.05. - 01.09.2019

Joyful Architecture - European Architectural Photography Prize architekturbild 2019

Deutsches Architekturmuseum

Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main