deadline ist Stephan Balkenhols erste thematische Ausstellung, die frühere und neue Arbeiten zum Tod zeigt. Er hat in seinem künstlerischen Schaffen bereits viele Skulpturen, Reliefs und Druckgraphiken geschaffen, in denen er sich in symbolhafter Weise mit der Endlichkeit auseinandersetzt. Im Motiv des Knochenmanns oder in Serien von Schädelreliefs offenbart sich sein persönliches Interesse am auf ewig letzten Rätsel des Menschseins, und wie in all seinen Arbeiten wird auch hier seine einzigartige Behandlung von Holz deutlich. Im Arbeitsprozess nimmt Balkenhol Material weg, um dem Werk etwas hinzuzufügen. Er ist Urheber und Bildermacher. Das Holz verliert an Volumen und gewinnt an Gestalt. Inhalte liegen in der Betrachtung offen da und entziehen sich zugleich in die Schichten, die nicht weggeschnitten wurden.

Mit den in der Ausstellung zusammngeführten Arbeiten, die von nationalen und internationalen Leihgebern zur Verfügung gestellt werden, bedient sich Stephan Balkenhol der seit Jahrhunderten tradierten Bildformeln der abendländischen Sepulkralkultur ? im christlichen Verständnis ein Memento mori, das auf die Vergänglichkeit des irdischen Lebens verweist ?, entzieht seinen Figuren jedoch jegliches Pathos. Er verweigert sich expressiver Gestik und Mimik. Der Ausdruck seiner Figuren ist emotionslos, und sie schauen gelassen in ein Nirgendwo. Sie sind präsent, wirken verletzlich und gleichzeitig distanziert und abwesend. Diese Ambivalenz zeigt sich auch, wenn ein Mann mit schwarzer Hose und weißem Hemd in der ausgestreckten Hand einen Totenschädel hält. Die Assoziationen weisen in Richtung Hamlet, doch in der Abstraktion des Menschenbilds spiegelt sich zugleich jede Betrachterin und jeder Betrachter wider.


Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag - Sonntag: 10:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch: 10:00 - 20:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: sepulkralmuseum.de

06.04. - 14.07.2019

Stephan Balkenhol: deadline

Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstraße 25–27
34117 Kassel