Die Sammlung Ziegler zählt zu den bedeutendsten Privatsammlungen des Expressionismus und der klassischen Moderne in Deutschland. Sie hat ihre Heimat im Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr. Das Haus ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, sodass die Sammlung nun mit rund 100 Werken in Emden präsentiert werden kann.

Der Chemiker und Nobelpreisträger Karl Ziegler (1898–1973) und seine Frau Maria haben die einzigartige Sammlung ab 1958 aufgebaut, ganz ihren persönlichen Vorlieben folgend. Die Bilder spiegeln ihre Liebe zu Natur und Garten sowie zu Orten wider, denen das Paar eng verbunden war. Aus diesem intuitiven Zugang zur Kunst entwickelte sich eine Sammlung, die einen sehr persönlichen Einblick in die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts gewährt. Sie ging in die 2002 gegründete Stiftung Sammlung Ziegler ein, zusammen mit den Bildern, die von der Nachfolgegeneration der Familie gesammelt worden sind.

Sechs Themen gliedern die Ausstellung: Im Rhythmus der Landschaft, Triebkräfte der Natur, Im Bildkreis der Tiere, Im Zentrum der Mensch, Entdeckung der Kindheitund Auf großer und kleiner Fahrt. Leitmotiv ist das einfache, stille Leben, fernab der lauten Hektik und Nervosität des Alltags: die „Stille im Lärm der Zeit“, wie es Franz Marc formulierte. Parallel wird eine Auswahl aus der Sammlung Henri Nannen präsentiert, die faszinierende Spannungsbögen zur Sammlung Ziegler herstellt. Zwischen starken Kontrasten und harmonischem Zusammenklang scheinen Subjektivität und Sensibilität dieser großen Sammlerpersönlichkeiten auf.