Bis zu neunzig Prozent aller Museumssammlungen sind nicht in Ausstellungen zu sehen. In den Depots warten sie auf ihre Wiederentdeckung oder Restaurierung; sie wollen gepflegt, inventarisiert und erforscht werden. Lange haben sich viele Museen der Logik unterworfen, dass gezeigt wird, was bekannt und begehrt ist. Doch es lohnt sich, den Blick auch auf die unscheinbaren Dinge zu richten. Auch sie sind nicht ohnen Grund in das Museum gekomen und warten auf ihre Entdeckung.

In den Ausstellungen Erwarten Sie Wunder! (2017) und Warum Kunst? (2018) hat sich das Museum Ulm mit dem Sammeln und Vermitteln als zwei Kernaufgaben der musealen Arbeit befasst. In diesem Jahr steht das Bewahren im Vordergrund der großen Sommer-Ausstellung, denn im Frühherbst 2019 beginnt der Umzug sämtlicher Sammlungsbestände in ein neues zentrales Kunstdepot.

Depots sind die Wunderkammern der Museen. Wenn sich die Türen öffnen, geht es nicht nur um das Entdecken, sondern vor allen auch um das Erhalten und Sortieren. Die Ausstellung Sachen gibt‘s! versteht sich als Plädoyer für die Entdeckung der Sammlungsdepots. Sie möchte dem Wiederentdeckten eine Bühne bieten, Geschichten aufspüren und der Suche nach dem eigenen Selbstverständnis dienen. Denn man versteht nur, was das Museum sein kann, wenn man weiß, was das Museum besitzt.

Für das Ausstellungsprojekt wurden die Berliner Sammlungsfotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold eingeladen, in den Depots auf Entdeckungsreise zu gehen und die unterschiedlichsten Raritäten, Kuriositäten und Sammlungsstücke fotografisch in ein neues Licht zu rücken. Mit Humor, Hintersinn und in ungewöhnlicher Kombinatorik, in der die Epochen, Stile und Gattungen verschmelzen, sind skurrile Arrangements und inszenierte Stillleben entstanden, die zum Wundern, Staunen und Schmunzeln anregen.

Über die Arbeit der Sammlungsfotografen hinaus wirft die Ausstellung einen Blick hinter die Kulissen, erzählt die Geschichte des Hauses erzählen und lädt zum Mitmachen ein. Dabei begeben sich die Besucher auf eine Expedition in die Welt des Museums, wählen ein Lieblingsstück aus, verleihen rätselhaften Dingen eine neue Identität, erzählen von ihren persönlichen Andenken und entdecken wie ein Museum riecht und klingt.

In Zusammenarbeit mit der SÜDWEST PRESSE veranstaltet das Museum Ulm zudem einen Schreibwettbewerb. Die Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold haben für ihre Fotos Dinge zusammengebracht, die sich so noch nie begegnet sind, es sei denn, in einem früheren Leben. Ihre Bilder fordern dazu auf, Geschichten zu erzählen. Die Texte dürfen höchstens 5000 Zeichen lang sein (inkl. Leerzeichen) und können per E-Mail an kulturserie@swp.de eingereicht werden. Der Einsendeschluss ist der 20. Juli 2019. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag: 11:00 - 20:00 Uhr
Feiertag: 11:00 - 17:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: museumulm.de

Sebastian Köpcke & Volker Weinhold, Sachen gibt’s! (Koffer), 2019, Fotografie
08.06. - 03.11.2019

: Sachen gibt´s! Museum in Umordnung

Museum Ulm

Marktplatz 9
89073 Ulm