Während eines Staatsbesuchs werden traditionell Geschenke ausgetauscht. Die neue Intervention „geschenkt! – die Gabe der Diplomatie“ des Rautenstrauch-Joest-Museums– Kulturen der Welt (RJM) zeigt vom 7. Juni bis 22. September 2019 rund 30 Staatsgeschenke aus etwa 15 Staaten. Sie wurden Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre von außereuropäischen Staatsoberhäuptern an die deutschen Bundespräsidenten Walter Scheel und Karl Carstens übergeben. Seit über 30 Jahren befinden sie sich als Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland in der Sammlung des Rautenstrauch-Joest-Museums, wurden aber bisher nie gezeigt. Bis heute gelten sie häufig als Kitsch. Dabei verraten sie viel über das Selbstbild des schenkenden Präsidenten, über das Bild, das er von seinem Land und den Menschen zeichnen wollte und über diplomatischen Austausch im Allgemeinen. Staatsgeschenke werden meist in den ersten Stunden der Begegnung überreicht. Sie sollen das Gegenüber wohlwollend stimmen und eignen sich, um Gesprächsthemen fernab des politischen Geschehens anzuregen. Manche Präsente sind auf die Vorlieben des Gegenübers abgestimmt oder personalisiert wie die Schlitztrommel von den Cookinseln, in die der Schriftzug „Welcome President Dr. Scheel“ eingeschnitzt ist.

„Als Interventionen sind die Staatsgeschenke nun in unsere Dauerausstellung integriert“, erläutert Nanette Snoep, Direktorin des RJM, und ergänzt: „Sie treten in einen spielerischen und humorvollen Dialog mit den dort ausgestellten Objekten und entwickeln eine eigene spannende Erzählung zur ‚Gabe der Diplomatie‘.“ Ihr Ziel sei es, viel mehr Interventionen dieser Art im Haus zu machen, um so immer wieder neue überraschende Perspektiven auf die Sammlung zu ermöglichen, so dass das RJM ein lebendiger Ort für Kölnerinnen und Kölner ist, wo es immer etwas Neues zu entdecken gibt.