Vom 23. Juni bis 11. August zeigt das Stadtmuseum Oldenburg das Werk des Oldenburger Fotografen Ennow Strelow in einer umfangreichen Retrospektive. „Ennow Strelows Fotografien zeigen das Zwischenmenschliche, das Kuriose, das bisweilen wenig Beachtete in unserem Alltag. Die Ausstellung würdigt Strelows Werk anlässlich seines 70. Geburtstages und gibt einen abwechslungsreichen Einblick in fast fünf Jahrzehnte fotografischen Schaffens“, sagt Andreas von Seggern, Leiter des Stadtmuseums. Die Fotografien, die bis heute in schwarz-weiß gehalten sind, werden ergänzt durch Objekte und Gedichte aus dem Werk des Künstlers. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 23. Juni, um 11 Uhr, mit einer Einführung von Kurator Dirk Meyer und Dr. Ralph Hennings, Pastor der St. Lamberti-Kirche.

Einen Schwerpunkt in der großen Bandbreite von Strelows Fotografien bilden Portraits: etwa von Musikern wie Inga Humpe oder Extrabreit, Schauspielerinnen und Schauspielern am Hagener Theater und am Oldenburgischen Staatstheater, aber auch die Serie „Paul – Geburtstag ist alle Jahre wieder“, mit der Strelow das Aufwachsen seines Sohnes begleitete. „Neben dem Beherrschen der Technik zeigen Strelows Portrait-Fotografien eine fast psychologische Betrachtungsweise seines Gegenübers“, sagt Dirk Meyer, der die Ausstellung kuratiert hat. „Gerade die Bilder seines Sohnes machen die Entwicklung eines Menschen, die Ausbildung einer Persönlichkeit, eindrucksvoll deutlich.“

Im Kontrast dazu stehen Motive, die in Strelows Hagener Studio B 54 ab 1987 entstanden sind, Serien wie die Ei-Bilder, die geschickt mit Licht und Schatten spielen, oder eine Bilderreihe, die von René Magrittes populärem Gemälde „Ceci n’est pas un pipe“ inspiriert ist. Häufig bettet Strelow dabei Objekte in überraschende Kontexte ein und erweitert die Wahrnehmungsmöglichkeiten von Dingen, die ihm seltsam belebt erscheinen. „Strelows Fotografien sind oft mit einem gewissen Augenzwinkern versehen, wie bei dem Bild ‚Das ist kein Sommerhut‘ von einem Sieb mit aufgesetzten Kunstblumen oder der ‚Ein-Ei-Familie‘ – zwei Eier der Größe L, eines der Größe S“, so Meyer über den feinen Humor in Strelows Arbeiten.

Der 1949 in Lübeck geborene Ennow Strelow lebt und arbeitet seit rund 20 Jahren in Oldenburg. Neben Engagements als Portrait- und Theaterfotograf am Theater in Hagen, wo er aufgewachsen ist, am Oldenburgischen Staatstheater und weiteren Bühnen eröffnete Strelow 1987 sein eigenes Atelier B 54 in Hagen. In Oldenburg entwickelte sich Anfang der 2000er-Jahre eine Zusammenarbeit mit der St. Lamberti-Kirche, die bis heute andauert, sowie mit dem Oldenburger Oldtimersammler Dr. Fritz Hardach, aus der die Maybach-Serie entstanden ist.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: „100 % Strelow – Fotografien“, erhältlich im Museumsshop für 14,90 Euro.

Die Ausstellung wird von der CEWE Stiftung gefördert.