Die aus China stammende Künstlerin Jiny Lan stellt im Kabinett aus. Auf großformatigen Leinwänden zeigt sie Porträts von acht international bekannten deutschen Künstlern. Darunter bereits verstorbene wie: Joseph Beuys, Sigmar Polke, A. R. Penck und Jörg Immendorf. Bei den vier noch lebenden handelt es sich um: Gerhard Richter, Markus Lüpertz, Georg Baselitz und Anselm Kiefer. Jiny Lan kennt die porträtierten Künstler entweder persönlich oder hat sich intensiv mit deren Werk auseinandergesetzt. Die Bilder sind nicht im klassischen Sinne als Porträts zu sehen, sondern als Werke der Beobachtung und als ein Versuch der Analyse der deutschen Kultur. Somit ist die Ausstellung eine Demonstration dessen, was deutsche Künstler in den letzten achtzig Jahren zur Kunstgeschichte beigetragen haben. Zur gleichen Zeit werden diese Bilder mit den gleichen Motiven, aber in dreifacher Größe gedruckt, im Museum TAFA in China unter dem Titel „Made in Germany“ gezeigt.

Nach ihrem Abschluss an der Chinesischen Hochschule der Künste in Hangzhou, emigrierte Jiny Lan 1995 nach Deutschland. Als Gründungsmitglied der Bald Girls, der ersten feministischen Künstlergruppe in der chinesischen Geschichte, gilt sie als eine der Repräsentantinnen feministischer Kunst in China. Ihre Arbeiten umfassen Malerei, Performance, Installation und Video.