Ayman Alazraq / Emanuel Svedin, Nadia Barkate, Mounir Gouri, Jumana Manna, Omar Mismar, Chelsea Knight / Shane Aslan Selzer, Mourad Krinah, Anna López Luna, Katharina Monka, Sondra Perry, Sreshta Rit Premnath, Lara Tabet

Der Westfälische Kunstverein präsentiert eine internationale Gruppenausstellung in Zusammenarbeit mit der freien Kuratorin Natasha Marie Llorens (New York/Marseille). Llorens wird in Münster ein zweites Kapitel (daher der Zusatz „REDUX“) ihres Projekts „L’Intrus“ präsentieren, das sie im vergangenen Jahr für den Ausstellungsort Tabakalera in San Sebastian entwickelt hat.

Die Ausstellung setzt sich damit auseinander, wie schwierig es ist, sich ein komplexes, sich allen moralisch-ethischen Ansprüchen verpflichtendes Bild des „Fremden“ zu machen. Jeder Versuch, den Fremden, den Eindringling, den Zufluchtsuchenden abzubilden oder auch nur zu denken, konfrontiert uns mit einem Widerspruch. Im Erkennen der Fremdheit wird dieser Unterschied zu einer kategorischen Eigenschaft, die alles andere überlagert. Dies kommt einer Verletzung der Menschlichkeit des Fremden gleich, definiert man ihn doch über das, was er nicht ist und wohin er nicht gehört.

Der Titel „L’Intrus“ ist Jean-Luc Nancys gleichnamigem Essay (Dt.: „Der Eindringling /Das fremde Herz“, 2000) entlehnt, der auch inhaltlich den Ausgangspunkt dieses Ausstellungsprojekts darstellt. Der französische Philosoph Nancy setzt den Eindringling, den Fremden gleich mit einem transplantierten Herzen. Der Körper braucht diesen Fremden, droht aber zugleich, ihn jederzeit abzustoßen und folglich zu sterben. „L’Intrus REDUX“ präsentiert KünstlerInnen, die Nancys Denkrichtung folgen: anstatt den Fremden schlicht abzubilden, zeigen ihre Werke die Beziehung zum Fremden als eine wesentliche und intime Wechselbeziehung.