Mappenwerke bieten als eigenständige Kunstform mit dem Aufklappen, Aufblättern und Entdecken der einzelnen Blätter einen besonderen Reiz. Wie kaum eine andere künstlerische Form sind sie zudem Spielwiese jener experimentierfreudigen und spannenden Zwischenbereiche, in denen sich die Wege von Literatur, Bild, Schriftkunst und Materialästhetik in Leinenboxen, Holzkästen, Schubern und Büttenpapierumschlägen kreuzen. 

Und doch liegen sie die meiste Zeit verborgen im Depot, denn ihre Lichtempfindlichkeit und das zugleich oft umfangreiche, großformatige, meist nicht zur Rahmung oder Hängung an der Wand vorgesehene Material macht sie zu äußerst seltenen Gästen in den Ausstellungsräumen der Museen.

Die grafische Sammlung des LVR-LandesMuseums Bonn mit ihrem Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert umfasst etwa 7000 Blatt, darunter auch zahlreiche Mappenwerke. In besonderer Weise wird sie durch die Dauerleihgabe der Sammlung Mülstroh bereichert, in der Künstlermappen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. In unserer Ausstellung präsentieren wir nun bisher nicht gezeigte Schätze, die das breite Spektrum dieser Gattung zeigen – sei es die konzentrierte Serie eines einzelnen Künstlers, die um ein spezifisches Thema kreist oder das künstlerische „Teamwork“ zu einem speziellen Ereignis, sei es der bildliche Dialog mit Literatur oder die prominente Edition als Spiegel einer Stilrichtung oder Künstlervereinigung.

Wir haben für Sie unsere schönsten und spannendsten Mappen „aufgeblättert“.