Cool, stylish und Inbegriff der postmodernen Eighties – das war Miami Vice. Zu den Fans der legendären amerikanischen Fernsehserie zählte damals auch der Maler David Reed (geboren 1946 in San Diego, lebt und arbeitet in New York), der nun ein Stück Miami nach Nürnberg bringt.

Für eine Ausstellung im Pérez Art Museum Miami (2016/17) schuf der Künstler eine neue Serie von Werken. Die vier Gemälde #658, #659, #660 und #661 beziehen sich auf ein älteres Bild von 1984/85, das sich durch satte Blau- und Gelbtöne auszeichnet. Es heißt Vice, nach der besagten Serie Miami Vice, die zwischen 1984 und 1989 in fünf Staffeln produziert wurde. Die extrem gestreckten Formate David Reeds verraten, welche Bedeutung die Filmästhetik für die Konstitution seiner Bilder hat. Die vier jeweils 190 x 460 cm messenden Bilder (drei Querformate und ein Hochformat) sind nun mit zugehörigen Zeichnungen, Farbstudien sowie einem Videofilm mit einer manipulierten Szene aus dem Pilotfillm zu Miami Vice zum ersten Mal in Europa zu sehen.

David Reed überführte bereits Mitte der 1970er Jahre die ausdrucksgesättigte Geste des Pinselstrichs in eine artifizielle, höchst kontrollierte Darstellung des „Brushstrokes“. War die Spur der Hand im Abstrakten Expressionismus noch Ausweis der Innenschau des Künstlers, verwandelte sie David Reed in einen Gegenstand von Analyse und reflektierter Manipulation. Dies kam einer konzeptuellen Wende in der Geschichte der amerikanischen Malerei gleich.

Dem intellektuellen Ansatz entspricht die elaborierte Maltechnik mit Alkyd, die zu außergewöhnlichen Effekten führt und den Bildern eine an Fotografie wie Manierismus erinnernde Glätte, Makellosigkeit und Eleganz verleiht. Mittels Schablonen kann der Künstler Motive replizieren. Diese Technik ermöglicht David Reed schon seit einigen Jahren, auf Bildelemente aus früheren Gemälden zurückzugreifen. In schier endlosen Arbeitsprozessen trägt der Künstler Farbe auf, um sie dann partiell wieder abzuschleifen. Die Resultate können neben den Werken der alten Meister, die David Reed überall auf der Welt studiert, bestehen, ja mehr noch: Sie verlängern die große Tradition der abendländischen Malerei in unsere Gegenwart.

Unser Dank gilt Häusler Contemporary.