Meinhard Bärmich, Albrecht von Bodecker, Helmut Brade, Feliks Büttner, Manfred Butzmann, Lutz Dammbeck, Jutta Damm-Fiedler, Karl-Heinz Drescher, Anneliese und Hans-Eberhard Ernst, Anke Feuchtenberger, Jochen Fiedler, Bernd Frank, Uwe Häntsch, Jürgen Haufe, Anja Kaiser, Kleon Medugorac, Jutta Mirtschin, Sebastian Onufszak, Rocket & Wink, Paula Troxler, Henning Wagenbreth, Andreas Wallat, Dieter Zimmermann.

Die Ausstellung versammelt über 200 Arbeiten, die das weite Spektrum analoger und digitaler Druckvorlagen zur Herstellung eines Plakates zeigen. Die drucktechnischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert beförderten die Ausformung vielfältiger Gestaltungspfade in der Plakatkunst: Durch sie wurde eine fast verlustfreie Reproduktion von Zeichnung, Malerei, Fotografie, Collage und Scherenschnitt in Kombination mit Typografie und Handschrift möglich. Dennoch schien es bislang nachrangig zu sein, die vor der Vervielfältigung verwendeten Materialien und Techniken bei Plakaten konkret zu benennen.

Die Sammlung des BLMK bildete die Grundlage für die Ausstellung, da sie beste Beispiele aus dem vordigitalen Zeitalter liefert. Ergänzt werden diese um gegenwärtige Positionen aus dem deutschsprachigen Raum, auch um sie später in den Museumsbestand aufzunehmen. Einige dieser jüngeren Plakate geben ihre digitale Herkunft deutlich zu erkennen, andere bedienen sich stärker einer Ästhetik des Handgemachten, oder es kommt in ihnen zu einer reizvollen Mischung beider Entwurfsarten. Elf thematische Rubriken benennen die „Spuren der Hand“ nach Charakter oder dominantem Werkzeug bzw. Material: „Gerissen, geschnitten“, „Pinsel/Klecks“, „Mit Stift, Feder und Kreide“, „Skriptural“, „Kindliche Attitüde“, „Collage/Montage“, „Über Fotogründe“, „Werkzeugschau“, „Übersetzungen“, „Computergrafik“ und „Work in Progress“. Dieses Nebeneinander der künstlerischen Handschriften schärft den Blick auf die Eigenheiten analoger, analog-digitaler und digitaler Entwurfspraktiken: Es ist ein Panorama an Möglichkeiten, Hand und Computer zu kombinieren, ein Reigen der sachten oder entschiedenen Technikaneignung oder auch -ablehnung.

Der raumgreifende Einsatz des Computers im Grafikdesign zum Ende der 1980er- Jahre führte zu einer eigenen Ästhetik und zu einer erweiterten, oftmals schnelleren und flexiblen Arbeitsweise. Andererseits trieb er aber auch ein zunächst materialferneres, weniger haptisches Entwerfen voran. Ebnete dieses neue Hilfsmittel die Unterschiede ost- wie westdeutscher Plakatgestaltung? In welchem Maße bezogen und beziehen die Plakatgestalter*innen dieses neue Werkzeug vorbehaltlos in ihren Entwurfsprozess ein? Zur Beantwortung dieser Fragen schien es naheliegend, wenn nicht gar zwingend, alle beteiligten noch lebenden Plakatkünstler*innen zu ihren Arbeitsweisen und zur Machart der ausgestellten Plakate zu befragen. Diese antworteten ganz nach Belieben, schreibend und zeichnend. Die Korrespondenz findet sich auszugsweise in der Ausstellung sowie im Ausstellungskatalog.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: blmk.de

Jochen Fiedler, Computergrafik, Schafft mit neuen Ideen und mit kühnen Lösungen…, 1985 Collage von gezeichneten und reproduzierten Bildelementen Siebdruck, BLMK © Künstler
30.06. - 29.09.2019

Die Spur der Hand. Analoge und digitale Pfade ins Plakat

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst - Dieselkraftwerk

Uferstraße / Am Amtsteich 15
03046 Cottbus