2019 ist zur Wiedereröffnung der Kunsthalle Schweinfurt Werner Pokorny (geb. 1949 in Mosbach) zu sehen. Er zählt zu den renommiertesten Vertretern zeitgenössischer Bildhauerei in Deutschland.

Pokorny arbeitet mit Holz und Stahl. Das Grundmotiv seines knapp 40-jährigen Schaffens und Denkens ist das Haus, dessen Ambivalenz ihn fasziniert: Es ist Schutzhütte und Gefängnis, Gehäuse und Käfig zugleich. 1982 schält es sich erstmals unter seiner Hand als Motiv aus einem Baumstamm heraus – reduziert auf die geometrischen Grundformen Quader und Dreiecksprisma. Als weiteres Motiv kam später das Gefäß hinzu, das wie das Haus zu den symbolträchtigen Urbildern menschlicher Zivilisation zählt. Die Lust an der Variation und ein spielerischer Ansatz prägt Pokornys Arbeit. So variiert er die beiden Motive Haus und Gefäß unzählige Male: als kompakte Gebilde, als offene Gehäuse, als Kontur, als Silhouette. Er zeigt sie einzeln, gestaffelt oder gruppiert. 

Die Ausstellung in der Kunsthalle Schweinfurt zeigt in einer Überblicksschau rund 40, zum Teil großformatige Arbeiten aus verschiedenen Werkphasen, wie beispielsweise seine „schwarzen Skulpturen“. Ergänzend dazu sind auch Pokornys Zeichnungen zu sehen, die gleichwertig neben seinen Arbeiten aus Holz und Stahl stehen.

Die Sonderausstellung ist eine Kooperation mit der Städtischen Galerie Rosenheim, die Werner Pokornys Arbeiten im Frühjahr 2021 zeigen wird.

 


Katalog:
Werner Pokorny, hg. von Andrea Brandl, mit Textbeiträgen von Christoph Bauer, Ulrike Lorenz, Werner Meyer, Dorit Schäfer, Kirsten Claudia Voigt, 136 Seiten, 96 farbige Abbildungen, Verlag: Edition Cantz, 25 Euro