Der Förderkreis Kunst + Kultur Offenburg unterstützt mit großem Engagement die Bildende Kunst: durch den „Oberrheinischen Kunstpreis“ und durch den „Förderpreis Kunst + Kultur“, mit dem seit 2005 insgesamt 14 junge und vielversprechende Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademie Karlsruhe ausgezeichnet wurden.

Die Ausstellung In 7 Rooms stellt das Projekt „Förderpreis“ vor. Um die junge Kunst am Oberrhein zu zeigen, haben wir uns für zwei Gastkuratoren entschieden, Hannah Eckstein, Leiterin der Sammlung Grässlin in St. Georgen, und Christian Malycha, Kurator und Mitglied im Leitungsteam des Kerber Verlags Bielefeld. In 7 Räumen der Städtischen Galerie zeigen sie exemplarisch 7 Künstlerinnen und Künstler. Es handelt sich dabei um 7 Einzelausstellungen, die ganz individuelle künstlerische Positionen vermitteln. Die Künstlerinnen und Künstler haben ein jeweils eigenes Konzept für diese „Künstlerräume“ entwickelt.

Enrico Bachs Malerei ist eine permanente Konfrontation von abstrakten Strukturen, Rastern, geometrischen Körpern und aufbrechenden Farbverläufen. Zuvorderst ist es die Farbe, die er überlagert, verdreht und verschiebt. Unterschiedslos durchdringt sich alles, denn mit plastischem Farbvortrag, der sowohl Volumen besitzt als auch transparent sein kann, dynamisiert Bach die meist großformatigen Bilder in unzähligen Ebenen.

Johanna Broziat arbeitet an der fortwährenden Durchdringung von Innen und Außen, von Empfinden und Wahrnehmen. Sie bewegt sich durch ihre urbane Umgebung und eignet sie sich mit spielerischer Leichtigkeit an. Das „Innen“ ihrer Wohnung mit Wand, Fenster, Gang, Treppe verbindet sie mit dem ›Außen‹ der rhythmischen Fassadengliederung eines Hochhauses, den mäandernden Bändern einer Autobahn oder eines Flusslaufes.

In seiner Installation betreibt Oleg Kauz eine Art Archäologie der immer sichtbarer werdenden Krypto-Gegenwart. Es ist ein Risikospiel zwischen Ohnmachts- oder Allmachtsfantasien, das sowohl fasziniert als auch analytisch distanziert im Angesicht der gesellschaftlichen Realitäten stattfindet. Fiktion und Tatsachen vermischen sich, und die kindliche Bricolage zeigt umso deutlicher, wie aus vermeintlichem Spiel Ernst werden kann.

Auf der Grenze von Anschauung und Erinnerung „entwurzelt“ Maximilian Martinez Landschaft, Vegetation, Pflanzen. In extremer Nahsicht, denn man ist auf seinen Bildern mitten in die bewegte Farbe geworfen, durchmisst er seine eigene Wahrnehmung – flüchtige Lichtsituationen, die Stimmung eines Tages oder Ortes, die Jahreszeiten. Sein Empfinden und den Malakt lässt Martinez in Eins fallen.

Agil und einfallsreich überspringt Ulf Neumanns plastisches Modellieren jede materielle Gebundenheit. Zwar erscheinen seine Plastiken wie aus massivem Beton, mit ihren delikat gearbeiteten Oberflächen umso mehr. Ein weiterer Blick auf die filigranen Gestelle, die sie tragen, auf ihre wagemutig ausbalancierten Auftürmungen oder ihr ungehindertes Schweben auf der Wand verrät jedoch, dass es sich um „Körpertäuschungen“ handelt.

Es ist nicht allein das Licht, das die Gegenstände zur Erscheinung bringt. Ebenso sind es die Dinge, die das Licht an sich selbst sichtbar werden lassen. Dies ist eine der grundsätzlichen Einsichten, die die Arbeit von Betty Rieckmann leiten. Das Stofflose und die Materie brauchen einander. Ihr Material ist das Licht, dem sie mit immer neuen Facetten eine Form gibt.

Ausgehend vom ersten unscheinbaren Fleck oder Strich auf der Leinwand stellt sich für Wenzel Seibert die Frage, wie Farbe im Bild überhaupt möglich ist: Wie organisiert man die Malfläche, wie legt man die Komposition an, welche Kontraste sichern den Zusammenhalt der Fläche? Seibert gelingt dies, indem er die Farbe freisetzt. Seine Farbe wird Form und Inhalt gleichermaßen.