Die große Anzahl privater Kollwitz-Sammlungen weltweit ist Beleg für die anhaltende Faszination, die vom Werk der Künstlerin ausgeht – bis heute. Doch woher rührt diese Begeisterung?

In der Sommerausstellung im Käthe Kollwitz Museum Köln berichten drei Sammler von ihrer Leidenschaft für Käthe Kollwitz und geben photographische Einblicke in ihr Leben mit der ›schweren Kost‹. Im Interview beantworten sie Fragen nach ihrem individuellen Verhältnis zur Kunst und zur Künstlerin. Mit jeweils 10 bis 15 selbst ausgewählten Leihgaben stellen sie ihre wichtigsten Werke vor und beschreiben in persönlichen Worten, weshalb ihnen diese besonders am Herzen liegen.

Von Sammlern…
Für eine Kölner Sammlerin – Unternehmerin und Mutter von vier Kindern – war der spontane Besuch einer Galerie-Ausstellung der Auslöser: »Da hat es mich gepackt und bis jetzt nicht mehr losgelassen«. Zu ihren Lieblingswerken zählen Mutter-Kind-Gruppen ebenso wie Motive zur Situation der Arbeiter: »Ihre Werke berühren mich, gehen unter die Haut. Ihre Themen sind auch meine Lebensthemen.«

Eines der ersten Blätter, das ein Ärzte-Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen erwarb, hatte mit dem Berufsalltag zu tun – dem Behandlungszimmer. Inzwischen gehört die Kollwitz auch zum Familienleben: »Alles im Werk der Künstlerin wirkt so authentisch – die Verzweiflung, aber auch das Nichtaufgebenwollen und die Momente der Lebensfreude.«

Ein Schweizer Juristenpaar hingegen ist berührt vom beharrlichen Ringen um die künstlerische Umsetzung des menschlichen Befindens: »Uns fasziniert die Gegenüberstellung von Blättern, welche die Entstehungsgeschichte aufzeigen und es uns ermöglichen, der Künstlerin quasi über die Schulter zu schauen, wie sie ein Motiv entwickelt.«

… und Jägern!
Im Begleitheft zur Ausstellung beschreibt ein Düsseldorfer Auktionator, auf welch skurrile Weise er einmal Kollwitz-Blätter akquiriert hat. Darüber hinaus berichten eine Galeristin aus Münster und ein Auktionator aus Berlin von den aktuellen Tendenzen am Kunstmarkt und geben Einblick in ihre Beobachtungen hinter den Kulissen des Handels: »Kollwitz-Liebhaber sind von Grund auf Philanthropen.«