Zum 250. Geburtstag des in Frankfurt geborenen Heinrich Mylius widmen das Museum Giersch der Goethe-Universität und die Villa Vigoni, Deutsch-Italienisches Zentrum für Euro- päische Exzellenz, Loveno di Menaggio, der vielseitigen Persönlichkeit eine Jubiläumsausstel- lung. Heinrich Mylius war Kaufmann, Bankier und Mäzen, ein innovativer Kopf mit sozialem Verantwortungsbewusstsein und kulturellem Engagement. Sein Leben zwischen deutschem Kulturraum und Italien gleicht einer vorbildlichen europäischen Migrations- und Integrations- geschichte.

In Mailand gelangte er zu Reichtum und Ansehen. Er war in unterschiedlichen Produktions- und Handelszweigen aktiv, schwerpunktmäßig in der Seidenindustrie. Ökonomisch und tech- nisch-handwerklich, aber auch was die Ausbildung und die soziale Absicherung seiner Ange- stellten anging, gehörte Mylius zu den europäischen Pionieren.

Hohe Wertschätzung erfuhr Mylius aufgrund seiner mäzenatischen Aktivitäten, mit denen er seine Heimatstadt Mailand und seine Vaterstadt Frankfurt am Main bedachte: Er förderte ulturelle, religiöse, karitative und soziale Einrichtungen. Seine Vermittlung zwischen den beiden Meistern Johann Wolfgang Goethe in Weimar und Alessandro Manzoni in Mailand markierte einen Höhepunkt deutsch-italienischer Literaturgeschichte.

Die Schau beleuchtet anhand von Gemälden, Skulpturen, Aquarellen, Druckgraphiken, Bü- chern und Archivalien, die mehrheitlich aus der Villa Vigoni stammen, sowie einigen Repro- duktionen die wichtigsten Stationen im Leben des Heinrich Mylius (Frankfurt am Main, Mai- land, Triest und Weimar) und seine internationalen Netzwerke.

Georg Melchior Kraus: Sibyllentempel in Tivoli, 1799–1806 Gouache Villa Vigoni, Loveno di Menaggio Foto: Uwe Dettmar, Frankfurt am Main
08.08. - 08.09.2019

Heinrich Mylius (1769–1854). Ein europäischer Bürger zwischen Frankfurt am Main und Mailand

Museum Giersch der Goethe-Universität

Schaumainkai 83
60596 Frankfurt am Main