In seinen Skulpturen und Installationen beschäftigt sich Greiner mit den komplexen Interaktionen von Mensch und Natur. Ähnlich wissenschaftlicher Versuchsanordnungen untersucht der Künstler die Einflüsse des Menschen auf die biologischen und atmosphärischen Prozesse unserer Erde. Mit einem acht Meter hohen Hühnerskelett von einem degenerierten Masthuhn hat er 2016 in der Berlinischen Galerie für Aufsehen gesorgt. Fliegen oder selbstleuchtende Algen interessieren ihn ebenso wie Genmanipulationen oder künstlich erzeugte Zellen. Immer geht es um einen Perspektivwechsel, in dem die klassische Trennung zwischen Natur und Kultur, Mensch und Nicht-Mensch aufgehoben wird.

Hauptthema seiner Goslarer Ausstellung sind Bäume und Wälder. Für das Mönchehaus Museum hat der Künstler eine mehrteilige Installation konzipiert, in der erstmalig Bilder von Wäldern zu sehen sind, die eine künstliche Intelligenz errechnet hat. Um den PC mit der erforderlichen großen Menge an fotografischen Daten zu füttern, hielt sich der Künstler in verschiedenen Wäldern auf, u.a. dem Hambacher Forst und dem Bialowieza-Urwald in Polen. Arbeiten aus anderen Werkserien ergänzen die Ausstellung.

Außerhalb der Ausstellungsräume, im Skulpturengarten des Museums, hat Andreas Greiner einen Baum als living sculpture gepflanzt. Angeregt durch Studien, die belegen, dass 1000 neue Bäume gepflanzt werden müssten, um den CO2-Ausstoß eines Menschen pro Jahr zu kompensieren, plant der Künstler, im Frühjahr 2020 zusätzlich ein Feld mit 1000 Bäumen in der Nähe von Goslar zu pflanzen.

Zur Ausstellung erscheint eine Edition. Ein umfangreicher Katalog zum Gesamtwerk ist in Planung (Snoeck Verlag).