Die Kunsthalle Schweinfurt zeigt vom 26. Juli bis 27. Oktober die eigens für den dortigen Innenhof konzipierte Skulpturen-Installation JEDER GEGEN JEDEN des renommierten Konzeptkünstlers Ottmar Hörl. Präsentiert werden 200 serielle, neu entwickelte Gartenzwerg-Figuren in drei monochromen Farben (anthrazit, blaugrau und schwarz), jeweils 38 cm groß. Das linke Auge zugekniffen hält jede Figur eine Beretta-Pistole in der rechten Hand, mit der sie auf ihr Gegenüber zielt.

Mit JEDER GEGEN JEDEN greift Ottmar Hörl aktuelle Themen wie die Auflösung weltpolitischer Strukturen und die zunehmende Gewaltbereitschaft auf: „Die Installation ist eine politische Metapher für die Idee von ‚America first‘ und dafür, dass Menschen nicht mehr in der Lage sind, die großen Zusammenhänge wirklich wahrzunehmen. Sie sehen nur noch sich selbst und versuchen ihre Eigeninteressen, koste es was es wolle, gnadenlosdurchzusetzen.“ (Ottmar Hörl)

Steht das Prinzip der Menschlichkeit und Solidarität auf dem Spiel? Mit seinen Skulpturen- Installationen schafft Ottmar Hörl künstlerische Kommunikationsmodelle, um zum Diskurs einzuladen und zum Nachdenken anzuregen. Er sorgt damit stets für Debatten und Aufsehen, zuletzt mit "Ludwig van Beethoven – Ode an die Freude" in Bonn.

Auch in Schweinfurt ist Hörl längst bekannt. Bereits 2006 realisierte er zum 20. Geburtstag des Kunstvereins Schweinfurt im Innenhof des Rathauses die erfolgreiche Installation„Jakob“ mit Raben im Schweinfurter Grün. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 150. Todestag des Weltpoeten Friedrich Rückert sowie des 30-jährigen Bestehens des Kunstvereins Schweinfurt zeigte er auf dem Marktplatz im Jahr 2016 die Installation„Rückert für das 21. Jahrhundert“.

Seiner Verbundenheit zu Schweinfurt und der Kunsthalle ist es zu verdanken, dass der Künstler im Herbst 2018 bei einem Gespräch im dortigen Innenhof spontan die Idee äußerte, zum 10-jährigen Jubiläum eine neue politische Arbeit zu schaffen. Damit knüpft Hörl an den Schwerpunkt der kürzlich eröffneten neuen Dauerausstellung der Kunsthalle an, die im Untergeschoss unter dem Titel „Individuum und Gesellschaft“ den Besucher mit gesellschaftspolitischen Themen konfrontiert.

Verkauf
Alle, die mit der Installation in Berührung kommen, werden Teil der künstlerischen Idee und tragen damit zum aktuellen politischen Diskurs bei. Zum künstlerischen Konzept gehört auch die „Verrückung“ vom öffentlichen in den privaten Raum. Die Installation wird daher am Ende der Ausstellung aufgelöst. Die Figuren können käuflich erworben werden. Mit dem Erwerb einer Skulptur wird die Realisierung des Projekts in der Kunsthalle Schweinfurt unterstützt.