Daniela Friebel hat sich als Preisträgerin des Fotoarbeitsstipendiums des Haus am Kleistpark 2018 mit Revieren von Nachtigallen in Berlin auseinander gesetzt und zeigt dazu ab dem 22. August 2019 im Projektraum des Haus am Kleistpark eine vielschichtige fotografische Installation.

Berlin ist die Hauptstadt der Nachtigallen. Im Frühling erfüllt das Schlagen und Schluchzen der Männchen die ganze Stadt, nicht wenige scheinen die Schallverstärkung durch Brückenkörper zu nutzen, die Lautstärke einer S-Bahn übertönen sie spielend. Nachtigallen sind standorttreu und kehren jedes Jahr an den gleichen Ort zurück.

Daniela Friebel hat sich in nächtlichen Streifzügen auf die Suche nach Nachtigallen in Berlin begeben und die von ihnen belegten Stadträume bei Tageslicht fotografiert. Die Fotografien zwischen Platz der Luftbrücke und Mauerweg zeigen alltägliche Orte unserer Lebenswelt, die sonst wenig Beachtung nden. Zugleich hat die Künstlerin den Gesang der Vögel aufgenommen, die akustisch ihr Territorium behaupten. Das ist als Soundinstallation und Grafik Teil des Ausstellungskonzeptes.

Die Künstlerin arbeitet mit der Fotografie als Medium, das Wahrnehmung verändert und Perspektivwechsel möglich macht. Daniela Friebel wirft mit dieser Arbeit nicht nur einen poetischen Blick auf unsere Stadt, sie macht das Spannungsfeld zwischen Natur und urbanem Raum sichtbar. Zugleich reflektiert sie den Begriff „Revier“ auf subtile Weise. Entstanden ist eine großartige Arbeit, in der sich Kunst und Wissenschaft verschränken.

Daniela Friebel, *1975 in Berlin, hat Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Timm Rautert und Christopher Muller studiert. Seit ihrem Meisterschülerabschluss2011 hat sie zahlreiche Ausstellungen realisiert.