Unter dem Titel „Universal Turn“ zeigt das Horst-Janssen-Museum Oldenburg ab dem 31. August 2019 eine Werkschau der Berliner Künstlerin Jorinde Voigt. Neben der neuen Arbeit „Immersive Integral Universal Splash I-VIII“, die erstmals ausgestellt wird, werden verschiedene Serien aus den letzten zehn Jahren zu sehen sein. „Mit Jorinde Voigt haben wir eine der wichtigsten Positionen der konzeptuellen Zeichnung in Oldenburg, ihr künstlerischer Zugriff auf die Welt ist absolut neu und faszinierend“, sagt Dr. Jutta Moster-Hoos, Leiterin des Horst-Janssen-Museums. „Universal Turn“ ist die einzige deutsche Solo-Ausstellung der international bekannten Künstlerin in diesem Jahr.

Jorinde Voigt erschafft riesige, meist mehrteilige Arbeiten, in denen Schrift, lineare Strukturen und malerische dreidimensional wirkende Formen ein hochästhetisches Zusammenspiel ergeben. Sie arbeitet sowohl mit Bleistift, Tinte oder Tusche als auch mit Pastell oder Ölkreide. Seit einigen Jahren verwendet sie auch Materialien wie Blattgold, Silber, Aluminium und Kupfer. Hinter jeder ihrer Arbeiten steht ein System – es sind Notationen und Diagramme, mit denen die Künstlerin gesellschaftliche, naturwissenschaftliche, philosophische oder auch musikalische Phänomene aufzeichnet. Dabei geht sie höchst subjektiv vor und überführt ihre Beobachtungen – wie etwa Vogelfluglinien oder Wegstrecken – in ihre eigene Formensprache. Auch Werke anderer Künstler, Autorinnen und Komponisten bilden die Grundlage für Voigts komplexe Auf-Zeichnungen, in denen die Elemente nie stillstehen und von vielen Seiten gleichzeitig beleuchtet werden.

Über Jorinde Voigt:
Jorinde Voigt, geboren 1977 in Frankfurt am Main, war Meisterschülerin für Bildende Kunst bei Prof. Katharina Sieverding an der Universität der Künste, Berlin. Von 2014 bis 2019 lehrte sie an der Akademie der Bildenden Künste, München. Ab dem Herbstsemester 2019/2020 ist sie als Professorin für konzeptuelle Zeichnung und Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg, tätig. Neben zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen sind ihre Arbeiten in Galerien, Museen und Sammlungen vertreten, unter anderem im Centre Pompidou Paris und im Museum of Modern Art New York, im Kupferstichkabinett Berlin, der Bundeskunstsammlung Bonn oder der Hamburger Kunsthalle.

Publikation:
Anlässlich der Ausstellung erscheint die Publikation „Immersion“, die sich dem 2018 entstandenen gleichnamigen Werkzyklus widmet, erhältlich unter anderem im Museumsshop (Hatje Cantz Verlag, gebunden, 416 Seiten, Deutsch/Englisch, 45 Euro).