Die Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin, präsentiert jedes Jahr das Werk eines ihrer Mitglieder im Kurt Tucholsky Literaturmuseum im Schloss Rheinsberg. Die diesjährige Ausstellung ist Thomas Florschuetz gewidmet und umfasst eine Auswahl von Werken aus den Serien Ohne Titel (Palast), Enclosure (Neues Museum), Glas/Wasser und weiteren groß- und kleinformatigen Fotografien. Die Eröffnung findet am Samstag, den 24. August 2019, um 11 Uhr statt, bis zum 3. November ist die Schau zu sehen.

Der in Berlin lebende Fotograf Thomas Florschuetz beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem fragmentarischen Bild, das zwischen Abstraktion und Konkretion oszilliert. Seit Mitte der 1980er Jahre entstehen einzigartige fotografische Tableaus, zu Beginn mit Abbildungen von Körperteilen. Bis heute folgen zahlreiche Werkgruppen, die sich verschiedenen Sujets widmen, unter anderem aus Architektur, Technik, Botanik und Alltagsobjekten. Sie unterscheiden sich nicht nur grundlegend in ihrer Material- und Oberflächenbeschaffenheit, sondern auch im Umgang mit Farbe, Licht und Schatten. Überlagerungen von unterschiedlichen Oberflächen, wie Stoff, Glas, Holz oder Stein führen das zweidimensionale Medium der Fotografie in neue räumliche Konstellationen.

Die Ausstellung „Zwischenzeit“ zeigt eine Auswahl an Großformaten, die vor dem Abriss des Palastes der Republik und während des Umbaus des Neuen Museums in Berlin entstanden sind. Die Formensprache der Architektur unterscheidet sich bei diesen beiden Gebäudekomplexen wesentlich, ihre Repräsentationsrhetorik für den (kultur-) politischen, historischen und gesellschaftlichen Bereich hingegen nur bedingt. Die Verbindung von Innen- und Außenräumen entsteht in diesen ‚Zwischenzeiten‘ nicht nur in der zeitgenössischen Galerie im Kurt Tucholsky Literaturmuseum, sondern auch im Schloss Rheinsberg, das im Wesentlichen unter Friedrich II. und seinem Bruder Heinrich im 18. Jahrhundert seine bis heute überlieferte Form mit barocker Parkanlage erhalten hat. Florschuetz interveniert mit botanischen Motiven in historischen Räumen wie der Schreibkammer. Dem Fotografen geht es in diesen analytisch-strukturierenden und konstruktiven Prozessen nicht um das Körperliche im Bild, sondern um die Wahrnehmung des dargestellten Körpers durch den Betrachter oder die Betrachterin.

Die Ausstellungsreihe in Rheinsberg begann mit Jim Dine im Jahr 2000 und wurde von u. a. Werner Stötzer, Wieland Förster, Rolf Szymanski, Alfonso Hüppi, Karin Sander, Dorothee von Windheim, Hanns Schimansky und zuletzt Dieter Appelt fortgesetzt.

Thomas Florschuetz wurde 1957 in Zwickau geboren und siedelte 1988 nach Berlin (West) um. Zahlreiche Stipendien ermöglichten dem Autodidakten längere Aufenthalte in New York und in der Villa Aurora in Los Angeles. 2000 erhielt er den Dorothea von Stetten Kunstpreis, 2004 den Deutschen Kritikerpreis für Bildende Kunst. Seit 2007 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 17:30 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: tucholsky-museum.rheinsberg.de

24.08. - 03.11.2019

Thomas Florschuetz: Zwischenzeit

Kurt Tucholsky Literaturmuseum

Schloss Rheinsberg
16831 Rheinsberg