Das Austauschprojekt, basiert auf dem lang gehegten Wunsch der in Rom und Berlin lebenden Künstlerin Susanne Kessler, einen Künstleraustausch zwischen den beiden Orten zu kreieren. Diese Idee traf auf das Interesse des international arbeitenden Zentrums für zeitgenössische Kunst Luigi Di Sarrò im Zentrum Roms. Das Zentrum übernahm die Kuration der Ausstellung und richtete den ersten Teil mit den deutschen Künstlern in ihrer Galerie im vergangenen April/Mai aus. Es wurde ein großer Erfolg. Das Projekt konnte auch im zeitgenössischen Museum für Kunst Macro in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Romvorgestellt werden. Viele italienische Zeitungen besprachen die Ausstellung.

Einen Dialog zwischen Italien und Deutschland zu initiieren und einen Austausch zwischen zwei europäischen Hauptstädten, zwischen Nord und Süd und unterschiedliche künstlerischen Realitäten zu realisieren, ist auch das Ansinnen des zweiten Teils der Ausstellung.

Der Verein Berliner Künstler ist glücklich, zum abschließenden Teil des Projekts RETURN Berlin-Rome einzuladen und die Werke von 5 italienischen Künstlern zu zeigen: Andrea Aquilanti, Angelo Casciello, Veronica Montanino, Pamela Pintus, Sara Spizzichino.

In den Ausstellungsräumen wird ein Video projiziert, das die Ausstellung im Centro Luigi di Sarrò dokumentiert. Auf diese Weise begegnen sich nun die Werke der italienischen KünstlerInnen mit denen der deutschen KünstlerInnen:
Birgit Borggrebe, Jürgen Kellig, Susanne Kessler, Nele Probst, Marianne Stoll.


Kurze Anmerkungen zu den italienischen Künstlern:

Andrea Aquilanti wurde 1960 in Rom geboren.
Andrea Aquilanti interagiert mit Zeichnungen, Gemälden, Skulpturen und mit Videotechnik. Er erforscht die Phänomene der Lichtreflexe und Brechungen auch durch Interaktion zwischen dem Betrachter und einer Lichtquelle.
Sobald der Betrachter in den Bereich einer Kamera eingetreten ist, wird er Teil des Kunstwerks, er fügt diesem verstörende oder poetische Erweiterungen hinzu. Aquilanti vermischt die gegensätzlichen Kategorien von Objektivität und Subjektivität, Körperlichkeit und Energie, Bedeutung und Bewertung, indem er Licht wie unter einer magischen Laterne einfängt und in seiner Installation Traumhaftes wirklich werden lässt. 2015 stellt Aquilanti im italienischen Pavillon der Biennale von Venedig aus. Seine Licht- und Raum-Installationen erobern inzwischen auch den Außenraum, wie zum Beispiel das kürzlich eingeweihte multimediale Projekt für den Pilgerwanderweg der Via Francigena bei Viterbo. Aquilanti stellte bislang in den Museen von ganz Italien, China und dem europäischen Ausland aus.
Er lebt und arbeitet in Rom.

Angelo Casciello wurde 1957 in Scafati (Salerno) geboren.
Er studierte Malerei bei Domenico Spinosa an der Akademie der Künste in Neapel. Schon in jungen Jahren legt er besonderen Wert auf die Zeichnung. So schwingt bis heute sein Interesse zwischen Skulptur, Malerei und Zeichnung. Häufig greift er zurück auf Elemente des sogenannten „mediterranen Gedächtnisses“. Unter den zahlreichen öffentlichen Aufträgen sei die Gestaltung des Bahnhofs Mugnano auf der Strecke Neapel-Giugliano-Aversa erwähnt und die Einzelausstellung von 2017-18 im Archäologischen Park von Pompeji. Seine Skulpturen stehen im magischen inneren Kontakt mit den archäologischen Orten. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen und Einzelpräsentationen in Belgien, China, Frankreich, Deutschland, Italien, Jugoslawien, Kenia, Spanien, Schweden, der Schweiz und den USA ausgestellt.
Er lebt und arbeitet in Scafati.

Veronica Montanino wurde 1973 geboren.
Als Künstlerin hat sie sich der künstlerischen Camouflage- und Remix-Praxis verschrieben. Ihre Arbeiten könnten Schwindel, Halluzinationen und Orientierungslosigkeit hervorrufen: so viel Information, Geschwindigkeit und Überfülle transportieren sie. Ein Oben und ein Unten verschwindet, Figur und Hintergrund spielen Versteckspiele, Labyrinthe, in denen die Suche nach einem roten Faden auf die falsche Fährte, in Fallen und Sackgassen führt. Akrobatische Visionen erzeugen Trugbilder, Verstecktes kommt zum Vorschein, zunächst vertraut erscheinende Zebras oder Tätowierungen lösen sich auf in Formen, Streifen, Flecken.
Die Künstlerin, die seit 2000 ausstellt, drückt sich gerne auch in ortsspezifischen Installationen aus, z.B. in historischen Gebäuden wie dem Capitani in Ascoli Piceno (2006), oder im Palazzo Collicola Spoleto. Sie überarbeitet Möbel, Wände und Decken. 2011 nahm sie an der 54. Biennale von Venedig im „Arsenale“ teil. Für das Museum MAAM-Metropoliz Rom, schuf sie drei ihrer wichtigsten ortsspezifischen Installationen. 2016 richtet das MARCA, Museo delle Arti von Catanzaro ihr eine Einzelausstellung mit dem Titel "It's a wonderful world" ein, mit über sechzig Werken, darunter großformatigen Gemälden, Assemblagen und ortsbezogenen Installationen.
Montanino lebt und arbeitet in Rom.

Pamela Pintus wurde 1981 in Rom geboren.
Sie studierte bildende und darstellende Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Rom, wo sie 2008 das Studium der Malerei mit Auszeichnung abschloss, 2011 eine schauspielerische Ausbildung beendete und 2015 das Diplom zum Unterrichten erhielt.
„Das Bewusstsein von Zeit, die markiert und verstreicht, gepaart mit einer hervorragenden künstlerischen Ausbildung, machen Pamela Pintus zu einer sensiblen Künstlerin und zu einer sorgfältigen Experimentatorin. Frucht eines kulturellen Nomadismus, drückt ihre Malerei die zweifache und kadenzierte Zeit der Erinnerung und der Materie aus, wo das Kunstobjekt sich in eine konzeptuelle Ganzheit verwandelt, farbintensive, kalligrafische Kompositionen gebärend, kompromittiert von expressiv tropfenden Farbverläufen und gekennzeichnet durch wiederkehrende Motive, die sie reliefartig mit Silikon hervorhebt. Alles bleibt im perfekten Gleichgewicht zwischen Strenge und Chaos. Materialisierte Palimpseste bebildern eine poetische Suche nach einem zugleich physischen und geistigen Ort. Sie bilden eine Textur, eine lyrische Fassung, in der Gold, das edle Material par excellence, zu einem sensiblen Geistesbeschleuniger wird, um das Imaginäre zu enthüllen.“ (Carmelo Cipriani).
Trotz der intensiven Beschäftigung mit Malerei, experimentiert Pintus auch mit Zeichnung und Fotografie, wobei sie häufig ortsspezifische Materialien oder anspruchsvolle Materialien wie selbst geschöpftes Büttenpapier und Blattgold verwendet. Sie war Finalistin bei nationalen und internationalen Preisausschreiben und nahm teil an zahlreichen Ausstellungen in bedeutenden Institutionen in Italien und im europäischen Ausland.
Sie lebt und arbeitet in Rom.

Sara Spizzichino wurde 1980 in Rom geboren.
Sie studierte von 2002 bis 2006 an der Akademie der bildenden Künste in Rom. Während des Studiums, 2003-2004, war sie auch Stipendiatin der ENSAD-Ecole National Supérieur des Arts Décoratifs in Paris. 2009 wurde sie Artist in Residence der „International Springacademy of Rome“. Die Zeichnung spielt in ihrem Schaffen eine zentrale Rolle. Im Laufe der Jahre entwickelte sie eine intime zeichnerische Sprache zum Verstehen der Realität und ihrer Umgebung. Die Zeichnung benutzt sie zur Steigerung des Denkens. In ihr unterwirft sie sich freien Herzens dem Kampf des Wahren und Erdachten. Ihre Arbeiten wurden vielfach in Rom ausgestellt, u. A. in den Mercati di Traiano, Museo di Roma in Trastevere, Pelanda Factory, in Berlin in der Galerie Exposure Twelve, in München in der Galerie Schillerstraße 51 und in Newark in der Thoresby Gallery. 2016 beauftragte sie William Kentridge mit der Leitung einer Gruppe von fünfzig Zeichnern, die die Schattenpuppen schufen für den Eröffnungsabend des großen Frieses Triumphs & Laments am Tiberufer. Zwischen Ponte Sisto und Ponte Mazzini wurden die Figuren in einer Prozession getragen. Viele Jahre arbeitete sie an diesem Projekt gemeinsam mit Kristin Jones, die als Direktorin von „Tevereterno“ Initiatorin des William Kentridge Projektes in Rom war. Spizzichino lebt und arbeitet in Rom.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 15:00 - 19:00 Uhr
Samstag - Sonntag: 14:00 - 18:00  Uhr

Weitere Informationen direkt unter: vbk-art.de

14.09. - 06.10.2019

RETURN. Rome-Berlin | Berlin-Rome

Galerie Verein Berliner Künstler

Schöneberger Ufer 57
10785 Berlin